Die Folgen des VW-Skandals

Politik | Frontal 21 - Die Folgen des VW-Skandals

Noch in diesem Monat entscheidet sich die Zukunft von VW. Dann bekommt der Autobauer die ersten Rechnungen präsentiert – für die Verschmutzung der Umwelt, für den Betrug an Millionen Autofahrern.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.04.2017, 17:22

Volkswagen steht vor den wohl wichtigsten Wochen der Konzerngeschichte. Noch in diesem Monat entscheidet sich die Zukunft des Autobauers. Dann bekommt VW die ersten Rechnungen präsentiert – für die Verschmutzung der Umwelt, für den Betrug an Millionen Autofahrern.

Ende April will Volkswagen die Bilanz für 2015 vorlegen, in der sich die finanziellen Folgen des Diesel-Skandals deutlich abzeichnen werden.

In den USA läuft außerdem die Frist des Gerichts ab, bis zu der sich Volkswagen mit den Umweltbehörden einigen kann. Dem Konzern drohen Strafzahlungen in Milliardenhöhe.

Anleger und Kunden wollen Schadenersatz

Gleichzeitig reichen immer mehr Anleger und VW-Kunden Klage ein, wollen Schadenersatz erstreiten. Volkswagen steuert auf einen kostspieligen Rechtsstreit mit US-Staranwalt Michael Hausfeld zu. Frontal21 hat den Mann, der auf Sammelklagen spezialisiert ist und schon die Zwangsarbeiter der Nazizeit vertreten hat, in Washington getroffen. Jegliche Gesprächsangebote habe VW bisher ausgeschlagen, sagt Hausfeld. Volkswagen betreibe eine Vogel-Strauß-Politik. "Aber je tiefer der Strauß seinen Kopf in den Sand steckt, desto mehr entblößt er sein Hinterteil“, so der Jurist.

Im Interview kündigt Hausfeld die Vorbereitung von Schadenersatzklagen an: "VW lässt uns keine andere Wahl, als uns an verschiedene Gerichte in Europa und den USA zu wenden." So wolle man die Transparenz erstreiten, die Volkswagen bisher verweigere - gegenüber der Öffentlichkeit, den Fahrzeugbesitzern, den Händlern und den Mitarbeitern.

Wolfsburg bekommt VW-Krise zu spüren

Auch die Stadt Wolfsburg, einst als Wohnort für die Mitarbeiter des Stammwerks gegründet, bekommt die Krise des Konzerns hautnah zu spüren - sei es durch den drohenden Verlust von Arbeitsplätzen oder durch den Wegfall von Gewerbesteuern. Die geplante Modernisierung von Sporthallen oder Schulen kann sich die Stadt derzeit nicht leisten – sie wird um Jahre verschoben. Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) sagt im Frontal21-Interview: "Natürlich bin ich sauer, weil durch Machenschaften von einigen wenigen, die völlig unentschuldbar sind, eine Belegschaft, eine Region in Mitleidenschaft gezogen wird.“

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet