VW zahlt Winterkorn angeblich Millionengehalt bis Ende 2016

Politik | Frontal 21 - VW zahlt Winterkorn angeblich Millionengehalt bis Ende 2016

Stichprobe im Auftrag von Frontal21: Ein Mercedes C 200 CDI und ein BMW 320d zeigen auffällige NOx-Werte im Abgas. Experten halten das für "erklärungsbedürftig".

Beitragslänge:
22 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.12.2016, 15:23

Der zurückgetretene VW-Chef Martin Winterkorn steht nach Recherchen von Frontal21 und dem Handelsblatt noch bis Ende 2016 bei dem Autobauer unter Vertrag.

Der Vertrag des früheren Volkswagen-Chefs, Martin Winterkorn, soll nicht aufgelöst worden sein, nachdem er im September wegen des Abgas-Skandals als Vorstandsvorsitzender zurücktrat. Das erfuhr das Handelsblatt aus Aufsichtsratskreisen. Ein Volkswagen-Sprecher sagte auf Anfrage: „Wir kommentieren keine Vertragsangelegenheiten.“ Winterkorn war mit zuletzt mehr als 15 Millionen Euro Jahresgehalt der bestbezahlte Manager eines Dax-Unternehmens, davon waren deutlich mehr als zehn Millionen Euro Boni-Zahlungen.

Offenbar sollte damit Abfindung verhindert werden

Europas größter Autohersteller soll sich mit Winterkorn angeblich darauf geeinigt haben, seinen Vertrag, wie vorgesehen, Ende 2016 auslaufen zu lassen und ihn entsprechend der Vereinbarung zu bezahlen. Damit sollte offenbar verhindert werden, dass Winterkorn eine Abfindung bekommt. Frontal21 liegt ein als „streng vertraulich“ gekennzeichnetes Papier aus der niedersächsischen Staatskanzlei vor. Ende September 2015 schreibt ein Referatsleiter Empfehlungen an Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil (SPD) zum Umgang mit der VW-Affäre. Wörtlich heißt es dort: „Hartes Vorgehen gegen Verantwortliche: besonders wichtig ist an dieser Stelle der Hinweis, dass Herr Dr. Winterkorn zunächst keine Abfindung für sein Ausscheiden aus dem Konzernvorstand erhalten sollte. Eine Abfindungsvereinbarung wäre ein völlig falsches Signal an die Öffentlichkeit.“

Winterkorn trat am 23. September zurück, wenige Tage nachdem der VW-Skandal um manipulierte Abgastests bei Dieselfahrzeugen bekannt geworden war. Als Vorstandschef übernehme er die Verantwortung für die bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten, teilte Winterkorn damals mit. Sein Rücktritt erfolge „im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltens bewusst bin.“

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