Pflegeunternehmen unter Betrugsverdacht

Politik | Frontal 21 - Pflegeunternehmen unter Betrugsverdacht

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Geschäftsräume und Unterkünfte des in Ulm und Berlin tätigen Pflegedienstes durchsucht. Die Ermittler werfen dem Unternehmen fortgesetzten Abrechnungsbetrug vor

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.07.2017, 23:00

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat am Dienstag Geschäftsräume und Unterkünfte eines in Ulm und Berlin tätigen Pflegeunternehmens durchsucht. Die Ermittler werfen dem Unternehmen fortgesetzten Betrug bei der Abrechnung vor allem im Bereich der 24-Stunden-Intensivpflege vor.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte dazu: "Wir werfen den Betreibern dieses Pflegedienstes vor, dass sie unqualifizierte Kräfte bei der Pflege einsetzen, dann aber eine qualifizierte Pflegekraft abrechnen." So entstünde ein hoher Schaden bei den Krankenkassen.

Personal nicht ausreichend qualifiziert

Nach Frontal21-Recherchen hat das Unternehmen seit Jahren Personal eingesetzt, das teilweise weder ausreichend qualifiziert noch der deutschen Sprache mächtig war. Schwerkranke Patienten, die rund um die Uhr beatmet werden müssen, sowie ihre Angehörigen erklärten gegenüber Frontal21, dass sie immer wieder selbst die Betreuung übernehmen mussten. Pfleger seien ohne Ankündigung nicht zum Dienst erschienen oder kurzfristig abgezogen worden.
Zahlreiche ehemalige Beschäftigte werfen dem Unternehmen außerdem Lohnprellerei vor und klagen deshalb vor Gericht. Der zuständige Berliner Senator für Gesundheit und Soziales, Mario Czaja (CDU), erklärt gegenüber Frontal21, dass es trotz Personalaufstockung seiner Behörde nicht möglich sei, die Mitarbeiter von vielen hundert Berliner Pflegediensten jährlich zu kontrollieren, und verweist auf die Verantwortung der Krankenkassen. Der Anwalt des Pflegeunternehmens lehnte gegenüber Frontal21 eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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