Daimler unter Druck

Politik | Frontal 21 - Daimler unter Druck

Bestimmte Diesel-Modelle von Mercedes Benz sollen in den USA Stickoxidwerte zeigen, die deutlich über dem erlaubten US-Grenzwert liegen. Zudem droht Daimler Ärger von der US-Umweltbehörde EPA.

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4 min
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Video verfügbar bis 07.06.2017, 16:59

Bestimmte Diesel-Modelle von Mercedes-Benz sollen in den USA Stickoxidwerte zeigen, die deutlich über dem erlaubten US-Grenzwert liegen. Zudem droht Daimler Ärger von der amerikanischen Umweltbehörde EPA, die bei dem Autobauer seit Monaten mögliche Unregelmäßigkeiten bei Abgaswerten untersucht.

Neue Abgasmessungen an den Mercedes-Dieselmodellen R 350 und GLK 250 in den USA sollen überhöhte Stickoxidwerte bis zum 20-fachen über dem US-Grenzwert zeigen. "Unsere Messungen ergeben, dass Mercedes gegen die US-Abgasgesetze verstößt“, erklärt dazu Steve Berman von der Kanzlei Hagen Berman in Seattle gegenüber Frontal21 und der Wochenzeitung "Die Zeit". Der US-Staranwalt hat bereits VW in den USA wegen des Abgasbetrugs auf Schadenersatz verklagt. "Daimler verhält sich genauso wie Volkswagen“, so Berman weiter. "Beide wurden erwischt, und beide haben zuerst geleugnet.“ Wie VW habe auch Mercedes in den USA damit geworben, besonders saubere Dieselautos herzustellen. "Tatsächlich sind die Autos aber nicht sauber. Sie verstoßen gegen die US-Umweltgesetze“, meint Berman.

Daimler drohen in den USA Strafen in Milliardenhöhe

Berman schätzt den Schaden für Daimler auf fünf bis sieben Milliarden US-Dollar, falls der Autohersteller alle betroffenen Dieselautos in den USA zurückkaufen müsse. Zudem droht Daimler Ungemach von der US-Umweltbehörde EPA, die bereits seit mehreren Monaten das Abgasverhalten von Mercedes-Dieselautos überprüft. "Wenn die EPA bei Daimler eine Abschalteinrichtung feststellt und Daimler das bei der Typzulassung in den USA nicht angegeben hat, dann drohen hohe Geldstrafen“, erläutert Axel Friedrich, ehemaliger Abteilungsleiter im Umweltbundesamt. Maximal 37.500 US-Dollar pro Fahrzeug sehen die US-Gesetze dafür vor. Bei 125.000 betroffenen Dieselautos in den USA läge die maximale Geldstrafe für Daimler bei 4,6 Milliarden US-Dollar. Eine Sprecherin der US-Umweltbehörde EPA bestätigte auf Nachfrage von Frontal21 und "Die Zeit" die Messungen, wollte aber zum Stand der Ermittlungen keine Auskunft geben.

Auf Nachfrage erklärt Daimler, man werde sich "nicht zu den Spekulationen über theoretische Bußgelder äußern.“ Auch die neuen Abgasmessungen in den USA will Daimler gegenüber Frontal21 nicht kommentieren, stellt aber fest: "Wir halten die Klagen für unbegründet und werden uns mit allen juristischen Mitteln zur Wehr setzen.“

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