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Der unsichtbare Feind

Leben und Sterben mit dem Coronavirus

von Anna Feist und Hans Koberstein

Seit dem 25. März ist alles anders – seitdem gilt eine "epidemische Lage von nationaler Tragweite". Frontal21 blickt zurück auf die akute Corona-Zeit, zeigt medizinisch-strukturelle Defizite und wirft die Frage auf, was uns im Winter erwarten wird.

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43 min
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14.07.2020
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UT - DGS
Video verfügbar bis 14.07.2021

"Es gibt keinen Grund zur Entspannung", sagt die Osnabrücker Landrätin Anna Kebschull, die sich seit März im Corona-Dauereinsatz befindet. Sie berichtet von "Mafia-Zuständen", als sie im März dringend Schutzausrüstungen für ihre Krankenhäuser suchte, die kaum zu bekommen waren. Auch in Osnabrück entgingen die Krankenhäuser nur knapp dem Notstand. "Wir sind heilfroh, dass da der Kelch an uns vorübergegangen ist", so die Landrätin Kebschull heute.

Lange Wartezeiten beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117

Vier Monate nach Ausbruch der Pandemie in Deutschland blickt die Frontal21-Dokumentation "Der unsichtbare Feind" zurück und zeigt, wie das Coronavirus Deutschland im Griff hatte. Die Autoren treffen die stillen Helden der Krise, sprechen mit Betroffenen und zeigen, welche Dramen sich hinter verschlossenen Türen abgespielt haben.

Stundenlang wählte Dirk Sommerfeld in Berlin die Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes: die 116117. Vergeblich – es war niemand zu erreichen. Sein Freund David war plötzlich erkrankt: Verdacht auf COVID-19, Atemnot. Davids Zustand verschlechterte sich, doch der Rettungsdienst erklärte sich für nicht zuständig, verwies auf die 116117. Als David endlich ins Krankenhaus kam, bestätigte sich der Verdacht: COVID-19. David wird künstlich beatmet. Neun Tage später stirbt er. Die Anrufzentralen der 116117 werden von den Kassenärztlichen Vereinigungen betrieben und auch bezahlt. Sie sollen nachts und am Wochenende die ärztliche Versorgung sicherstellen. Doch der Notdienst war in der Pandemie völlig überlastet. Eine Insiderin berichtet, dass Personal fehle und lange Wartezeiten nicht ungewöhnlich seien. Die Kassenärztlichen Vereinigungen kündigten gegenüber Frontal21 an, im Fall einer neuen Corona-Welle kurzfristig mehr Personal bereitzustellen.

Corona-Pandemie hat Menschen viel abverlangt

Mehr Personal hatte der Landkreis Osnabrück zu Beginn der Krise nicht. Deshalb mussten Hunderte Mitarbeiter der Kreisverwaltung für die Krisenbewältigung umsatteln. Viele wurden zu sogenannten Ermittlern - Corona-Detektive, die Kontakte von Infizierten nachverfolgen und unter Quarantäne stellen, um das Virus in Schach zu halten. Denn wenn es zu viele Infizierte gibt, kommen die Ermittler nicht mehr hinterher. "Dann gerät das Virus außer Kontrolle", warnt Landrätin Kebschull.

Die Corona-Pandemie hat den Menschen viel abverlangt. Franziska Knost ist Risikopatientin, sie hat Krebs. Mit ihrer Kamera dokumentiert sie ihren Alltag zwischen Vorsicht, selbstauferlegter Isolation und der Sehnsucht nach Nähe. In einem Heidelberger Altenheim wartet Illona Schilling sehnsüchtig auf den Besuch ihrer Tochter. Und in Italien treffen die Autoren Felice Perani. Er hat als einziger von vier Patienten aus dem italienischen Bergamo, die in die Uniklinik Leipzig verlegt wurden, überlebt. Voller Dankbarkeit sagt er heute: "Zum Glück wurde ich nach Deutschland gebracht – sonst wäre ich jetzt tot."

Furcht vor einer "zweiten Welle"

Bislang waren viele Menschen bereit, Opfer zu bringen, um andere und sich selbst zu schützen. Jetzt kehrt vielerorts wieder Normalität ein. Das sieht die Altenpflegerin Vessela Kulms in Heidelberg mit Sorge. Sie befürchtet, dass mit einer "zweiten Welle" das Coronavirus seinen Weg findet, auch in ihr Altenheim.

Thema: Corona-Krise

Titelgrafik zur Frontal21-Doukumentation "Der unsichtbare Feind"

Politik | Frontal 21 -
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