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Kampf gegen Atomschmuggler

Terrorgefahr durch schmutzige Bomben

Schild "Kontrollbereich radioaktiv"
von Arndt Ginzel

Die Angst vor einem nuklearen Terroranschlag treibt weltweit Ermittler und Wissenschaftler zu einem Wettlauf mit international agierenden Atomschmugglern. Als Brennpunkte des illegalen Handels mit nuklearen Stoffen gelten Moldau oder Georgien.

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11.07.2017
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Der Kampf gegen den Atomschmuggel sei wie ein Schwimmen gegen die Strömung, erklärt Klaus Mayer vom Joint Research Centre (JRC) in Karlsruhe. "In dem Moment, wo wir aufhören zu schwimmen, werden wir vom Strom mitgerissen." Auf dem JRC-Gelände werden Ermittler und Kontrolleure für das Aufspüren von nuklearem Schmuggelgut geschult, und es wird die Herkunft von beschlagnahmtem radioaktivem Material bestimmt, das auch schon aus Moldau oder Georgien stammte.

Frontal 21 hat sich auf Spurensuche begeben und in der georgischen Hauptstadt Tiflis die Frau eines Schmugglers getroffen, auf deren Balkon, mitten im Wohngebiet, eine Kiste mit Uran lagerte. Schmuggel mit radioaktivem Material ist für die Ermittler dort beinahe alltäglich. Immer wieder dringen Polizei und Geheimdienst in Schmugglerkreise ein, um sich als potenzielle Käufer auszugeben und radioaktives Material zu beschlagnahmen. "Wenn wir es nicht schaffen, den Schmuggel von nuklearem Material aufzudecken, besteht die Gefahr, dass es Terroristen bekommen", beschreibt ein georgischer Geheimdienstmitarbeiter die dramatische Lage.

Der illegale Handel mit nuklearen Stoffen findet auch an den EU-Außengrenzen statt, wie das Beispiel Moldau zeigt. Auch dort nahmen Fahnder in den vergangenen Jahren immer wieder kriminelle Banden hoch, die Abnehmer für ihre strahlende Ware suchten. Im Interview mit Frontal 21 erklärt der zuständige Staatsanwalt Corneliu Popescu, dass die Hintermänner oft aus dem abtrünnigen Transnistrien stammen. Der Staat habe dort seit den 90er Jahren keine Kontrolle mehr.

Ein Terroranschlag mit einer sogenannten dreckigen Bombe, ein mit radioaktivem Material versetzter konventioneller Sprengsatz, halten Sicherheitsexperten für ein denkbares Szenario. Die Bundesregierung teilte dazu Anfang 2016 im Bundestag mit, dass "ein Interesse islamistisch geprägter terroristischer Strukturen an CBRN-Material" - also an chemisch, biologisch, radiologisch oder nuklearem Material - bereits seit Ende der 1990er Jahre feststellbar sei.

Die Internationale Atomenergie-Organisation geht davon aus, dass seit den 90er Jahren in mehr als 2800 Fällen radioaktives Material abhandenkam, das für eine schmutzige Bombe geeignet wäre. So beschrieb der damalige US-Präsident Barack Obama auf dem Nukleargipfel im April vergangenen Jahres einen Terroranschlag mit einer schmutzigen Bombe als eine der größten Gefahren.

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