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Die Recycling-Lüge

Deutscher Plastikmüll in Asien

Das Bundesumweltministerium übt massive Kritik an illegalen Müll-Exporten nach Asien: "Das ist ein Missstand, unter Umständen auch kriminell, da muss man dagegen vorgehen."

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.02.2020

Hintergrund sind große Umweltprobleme, die in Ländern wie Malaysia durch illegale Mülldeponien entstehen. Recherchen der "WirtschaftsWoche" und von Frontal 21 zeigen, dass auch deutsche Plastikabfälle nach Malaysia exportiert und dort nicht ordnungsgemäß verarbeitet werden. Auf illegalen Müllkippen vor Ort fanden Reporter tonnenweise Plastikmüll von Haushalten und Gewerben aus Deutschland. Auch die Umweltorganisation Greenpeace hatte über Missstände in Malaysia berichtet.

Müllexporte verfälschen Recyclingquote

"Das ist ein Missstand, unter Umständen auch kriminell, da muss man dagegen vorgehen", sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Der Export von deutschem Plastikmüll ist nur dann erlaubt, wenn diese Abfälle im Ausland verwertet werden. Deshalb zählen diese exportierten Mengen in den deutschen Statistiken automatisch als recycelt und gehen damit in die Recyclingquote ein. "Wenn etwas, was abgelagert wird, in die deutschen Recyclingquoten eingeht, dann ist es schlicht und einfach falsch“, erklärte Staatssekretär Flasbarth. Es sei "wünschenswerter, wenn das Recycling möglichst ortsnah stattfindet". Der Anteil der in Europa recycelten Abfälle solle gestärkt werden.

Auf einer Müllkippe in Malaysia fanden die "WirtschaftsWoche" und Frontal21 auch Verpackungen, wie sie die Supermarktketten Aldi und Edeka verwenden. Dabei handelte es sich unter anderem um Gemüsenetze und Verpackungsfolien, die schon während der Herstellung aussortiert und entsorgt worden waren.

Verpackungen von Aldi und Edeka

Man arbeite ausschließlich "mit zertifizierten Entsorgungs- und Recyclingbetrieben" zusammen, erklärte Edeka auf Anfrage. "Leider können wir auf Basis der uns vorliegenden Informationen den Sachverhalt aktuell nicht konkreter nachvollziehen.“

Aldi erklärte, dass bei dem Konzern und seinen Lieferanten "sämtliche Folien in Deutschland der thermischen Verwertung zugeführt“ werden. "Insofern ist für uns derzeit leider nicht nachvollziehbar, über welche Wege die Folien nach Malaysia gelangt sein könnten." Das Umweltministerium will nun die Zusammenarbeit mit den malaysischen Behörden verbessern. 

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