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Nach der Wahl in Thüringen

Kampf um die Deutungshoheit

von Armin Coerper, Michael Haselrieder und Anne Herzlieb

Nach der Landtagswahl stehen in Thüringen schwierige Koalitionsverhandlungen bevor. Zu welcher Regierungsbildung das Wahlergebnis führen könnte, ist derzeit völlig unklar.

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.10.2020

Zwar reklamiert Ministerpräsident Bodo Ramelow nach dem klaren Wahlsieg erneut den Auftrag zur Führung des Landes für seine Linkspartei, doch verliert die bisherige rot-rot-grüne Regierung ihre Mehrheit.

Das Fehlen von Mehrheiten in der Mitte verlange nach neuen Antworten, sagt CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring nach dem historisch schlechten Ergebnis seiner Partei - und will nun doch Gespräche mit der Linkspartei führen, obwohl er diese im Wahlkampf stets ausgeschlossen hatte. Denn denkbare regierungsfähige Koalitionen im neuen Landtag sind nur möglich unter Einbeziehung der Linkspartei oder der AfD, die zweitstärkste Kraft in Thüringen wurde. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließen jedoch alle Parteien aus, die im künftigen Landtag vertreten sein werden.

Warum waren die beiden Wahlsieger, Die Linke und AfD, so erfolgreich? Kaum ein Thema haben die Spitzenkandidaten am linken und rechten Rand so vor sich hergetragen wie das Trauma um die Treuhand. Auch 30 Jahre nach dem Ende der DDR versuchten sie, damit Wählerstimmen im Osten zu gewinnen.

Mike Mohring hingegen, der anders als seine beiden Kontrahenten der Linken und der AfD gebürtiger Thüringer und ein Kind der DDR ist, erklärte im Landtagswahlkampf, er wolle keine rückwärtsgerichtete Politik machen, die die Traumata der Vergangenheit ins Zentrum stelle. Doch damit riskierte er, dass ihm die beiden politischen Westimporte, Höcke und Ramelow, die Deutungshoheit über das Ende der DDR entreißen.

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