Entschädigungen für TelDaFax-Gläubiger

Politik | Frontal 21 - Entschädigungen für TelDaFax-Gläubiger

Frontal21 hakt nach zu den Themen Insolvenzverfahren gegen TelDaFax und Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte.

Beitragslänge:
2 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.02.2017, 18:52

Frontal21 berichtete 2011 über die Insolvenz des Billigstromanbieters Teldafax. Das Unternehmen war bereits seit 2009 zahlungsunfähig. Obwohl die Finanzbehörden laut eigenem Gutachten darüber informiert waren, leiteten sie kein Insolvenzverfahren ein.

Nur so war es nach Recherchen von Frontal21 und dem Handelsblatt möglich, dass TelDaFax noch zwei weitere Jahre Hunderttausende argloser Kunden mit Vorauszahlungen in sein mutmaßlich kriminelles Schneeballsystem locken konnte.

Rekord-Rückzahlungen vom Fiskus

Jetzt sagte im Prozess gegen die drei Ex-Vorstände von TelDaFax der Insolvenzverwalter Biner Bähr aus, er habe beim Hauptzollamt 141,7 Millionen Euro eingetrieben. Es handele sich um Stromsteuern, die TelDaFax seit seiner Überschuldung 2009 noch gezahlt hatte. Auch das Finanzamt Siegburg musste bereits vereinnahmte Steuern in Höhe von 38,9 Millionen Euro erstatten. Geld, das die Behörden gar nicht erst hätten eintreiben dürfen.

"Der Fall TelDaFax muss in der Konsequenz dazu führen, dass künftig Finanzämter nicht mehr im kurzfristigen Eigeninteresse wegschauen, wenn ein Unternehmen zahlungsunfähig ist, damit in Kauf nehmen, dass Kunden, Gläubiger, andere Unternehmen geschädigt werden", fordert der Insolvenzrechtler Professor Hans Haarmeyer. Wegen der Rekord-Rückzahlungen des Fiskus rechnet der Insolvenzverwalter jetzt mit einer Entschädigungsquote von gut 20 Prozent für die geprellten Gläubiger.

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