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Vor der Fußball-WM in Russland

Putin-Kritiker im Hungerstreik

Politik | Frontal 21 - Vor der Fußball-WM in Russland

Seit drei Jahren ist der ukrainische Regisseur Oleg Senzow inzwischen im Gefängnis. Nach einem politischen Schauprozess wurde er Ende August 2015 im südrussischen Rostow am Don zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.06.2019, 21:10

Senzow stammt von der durch Russland völkerrechtswidrig annektierten Halbinsel Krim und hat die Annexion stets kritisiert. Daraufhin entführte ihn der russische Geheimdienst FSB nach Russland und stellte ihn wegen angeblicher Terrorpläne vor Gericht. Mittlerweile verbüßt der Regimekritiker seine Haftstrafe im sibirischen Jakutien, Tausende Kilometer von der Krim entfernt. Seit dem 14. Mai befindet er sich im Hungerstreik und fordert die Freilassung aller in Russland inhaftierten politischen Gefangenen aus der Ukraine. Nach eigenen Angaben will er durchhalten „bis zum siegreichen Ende“.

Weltweite Proteste gegen Inhaftierung

Kulturschaffende aus der ganzen Welt fordern seine Freilassung, auch in Deutschland. Prominente Schriftsteller, Wissenschaftler und Politiker appellierten kürzlich in einem offenen Brief an die Bundesregierung, sich für den inhaftierten Regisseur einzusetzen. Zu den Unterzeichnern gehören die Nobelpreisträgerinnen Herta Müller und Swetlana Alexijewitsch, der Historiker Karl Schlögel, die Politiker Cem Özdemir (Grüne) und Sabine Leutheusser (FDP), die Dokumentarfilmerin Freya Klier sowie der Schriftsteller Wladimir Kaminer.

Bundekanzlerin Angela Merkel hatte sich bereits beim russischen Präsidenten Wladimir Putin für Senzow eingesetzt, ohne Erfolg. Für Putin sei er ein persönlicher Gefangener, meint Marieluise Beck vom Zentrum Liberale Moderne. Nach ihrer Einschätzung will er kein Spielball des russischen Präsidenten sein und ist bereit, für seine Überzeugungen im Gefängnis zu sterben.

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