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Politische Gefangene in Russland

Putin-Kritiker Senzow im Hungerstreik

Oleg Senzow sitzt aktuell in Russland im Gefängnis. Archivbild

Mehr als zwei Monate befindet sich der ukrainische Regisseur Oleg Senzow bereits im Hungerstreik, sein Zustand ist kritisch. Seit vier Jahren sitzt er in Russland im Gefängnis.

31.07.2018
31.07.2018
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Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte fordert Russland nun dazu auf, den inhaftierten Filmemacher medizinisch zu versorgen.

Oleg Senzow wurde Ende August 2015 nach einem politischen Schauprozess im südrussischen Rostow am Don zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt. Senzow stammt von der durch Russland völkerrechtswidrig annektierten Halbinsel Krim und hat die Annexion stets kritisiert. Daraufhin entführte ihn der russische Geheimdienst FSB nach Russland und stellte ihn wegen angeblicher Terrorpläne vor Gericht. Mittlerweile verbüßt der Regimekritiker seine Haftstrafe Tausende Kilometer von der Krim entfernt - zunächst im sibirischen Jakutien und aktuell in einem Straflager in Labytnangi im arktischen Norden Russlands. Dort befindet er sich auch seit dem 14. Mai 2018 im Hungerstreik. Senzow fordert die Freilassung aller in Russland inhaftierten politischen Gefangenen aus der Ukraine. Nach eigenen Angaben will er durchhalten "bis zum siegreichen Ende".

Kulturschaffende aus der ganzen Welt fordern Freilassung

Kulturschaffende aus der ganzen Welt fordern seine Freilassung, auch in Deutschland. Prominente Schriftsteller, Wissenschaftler und Politiker appellierten kürzlich in einem offenen Brief an die Bundesregierung, sich für den inhaftierten Regisseur einzusetzen. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderen die Nobelpreisträgerinnen Herta Müller und Swetlana Alexijewitsch, der Historiker Karl Schlögel, die Politiker Cem Özdemir (Grüne) und Sabine Leutheusser (FDP), die Dokumentarfilmerin Freya Klier sowie der Schriftsteller Wladimir Kaminer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach beim russischen Präsidenten Wladimir Putin für die Freilassung Senzows eingesetzt, ohne Erfolg. Ebenso ungehört blieben bislang auch internationale Aufrufe, unter anderem des Europarats und der G7 sowie von Amnesty International. Für Putin sei er ein persönlicher Gefangener, meint Marieluise Beck vom Zentrum Liberale Moderne. Doch Senzow will nach ihrer Einschätzung kein Spielball des russischen Präsidenten sein und ist bereit, für seine Überzeugungen im Gefängnis zu sterben.

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