Rechter Terror in Halle

Der Täter aus dem Nichts

von A. Ginzel, E. Klotsikas, D. Laufer und U. Stoll

Der mutmaßliche Attentäter von Halle, Stephan B., kündigte seine Tat im Internet an: So präsentierte er stolz die selbst gebauten Sprengsätze und Schusswaffen, von denen er Teile mit einem 3-D-Drucker hergestellt haben soll.

Beitragslänge:
10 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.10.2020

Auch den Amoklauf übertrug der 27-Jährige mithilfe einer Helmkamera im Netz. Er könne warten, bis ein Jude in die Synagoge gehe, ihn erschießen und hineingehen, bevor sich die Tür schließe, schrieb der mutmaßliche Attentäter in einem Bekennerschreiben und erklärte, dass er zum Jom-Kippur-Fest besonders viele Besucher in der Synagoge erwarte. Wenn er scheitere und sterbe, dabei aber nur einen einzigen Juden töte, so Stephan B. weiter, dann habe es sich gelohnt.

Weil Stephan B., der als Rechtsextremist gilt, nicht in die Synagoge gelangte und dort kein Blutbad anrichten konnte, tötete er eine 40-jährige Passantin und den 20-jährigen Besucher eines Imbisses. "Döner, nehmen wir", hört man Stephan B. in seinem Livestream-Video sagen. Frontal21 hat mit dem Angestellten des Döner-Ladens gesprochen, der den Ermordeten fand. Auch weitere Zeugen kommen zu Wort, beispielsweise der Taxifahrer, den der mutmaßliche Attentäter mit gezogener Pistole zwang, ihm seinen Wagen als Fluchtfahrzeug zu überlassen.

Warum war die Synagoge unbewacht, und wie konnte sich der mutmaßliche Täter unbemerkt radikalisieren und bewaffnen? Wie konnte es zu dem Terroranschlag kommen?

Thema: Antisemistismus

Prof. Guy Stern, Holocaust-Überlebender

Politik | Frontal 21 - Als Synagogen brannten

Guy Stern war 16 Jahre alt, als in Deutschland die Synagogen brannten.

Videolänge:
5 min
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