Risiko Shisha rauchen

Gefährlicher Jugendtrend

Politik | Frontal 21 - Risiko Shisha rauchen

Rauchen aus der Wasserpfeife - ein Trend, der auch in Deutschland immer beliebter wird. Ob allein oder mit Freunden, zu Hause oder in Bars und Szene-Cafés, das leise Blubbern der Shishas ist vielerorts mittlerweile ganz selbstverständlich geworden.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.11.2019, 21:00

Vor allem Geschmack und Geruch der meist süßlich-fruchtigen Aromastoffe wie etwa Blaubeere oder Kirsche verleiten zu dieser Art des Rauchens - und die Konsumenten werden immer jünger. Laut einer aktuellen Studie hat bereits jeder fünfte Schüler der Klassenstufe fünf bis zehn schon einmal Shisha geraucht.

Allgemein gilt das Inhalieren des aromatisierten Wasserdampfes als harmloser Genuss. Doch insbesondere wenn Tabak in der Shisha geraucht wird, ist sie gefährlicher als eine Zigarette, sagt Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum: "Wenn man die Rauchmenge vergleicht, dann entspricht eine Wasserpfeifensitzung bis zu 100 Zigaretten. Vergleicht man hingegen die aufgenommene Nikotinmenge, dann entspricht eine Wasserpfeifensitzung etwa zehn Zigaretten." So könne langjähriges Shisha-Rauchen die Lungenfunktion verschlechtern, das Krebsrisiko erhöhen und auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen, warnt die Krebsforscherin.

Vergiftung durch Kohlenmonoxid

Doch das ist nicht alles: Immer wieder vergiften sich Shisha-Raucher, weil sie zu viel Kohlenmonoxid eingeatmet haben. Das Gas entsteht, wenn Kohle auf einer Wasserpfeife verbrannt wird. Es ist geschmack-, geruch- und farblos. Das mache Kohlenmonoxid so gefährlich, erklärt Dr. Sven Dreyer, leitender Druckkammerarzt der Uniklinik Düsseldorf. "Die Vergiftungssymptome beginnen bei Schwindel, gehen über in Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, bis hin zur Bewusstlosigkeit und dann irgendwann Krampfanfall." Zudem kann eine Kohlenmonoxid-Vergiftung zu neurologischen Spätschäden wie Gedächtnisstörungen und sogar zu parkinson-ähnlichen Schüttelkrämpfen führen.

Experten fordern deshalb einen besseren Schutz vor den Folgen des Shisha-Rauchens, unter anderem durch Nichtraucherschutzgesetze. Doch schon die sind in jedem Bundesland unterschiedlich: Während in Berlin beispielswiese Tabak-Rauchen in Shisha-Bars unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist, herrscht in einigen anderen Bundesländern ein generelles Tabak-Rauchverbot - wie etwa in Nordrhein-Westfalen. Dort sind für Wasserpfeifen nur tabakfreie Ersatzprodukte erlaubt.

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