Sendung vom 8. März 2016

Politik | Frontal 21 - Sendung vom 8. März 2016

Mit den Themen: Pflegefall Altenpflege, Marode Meiler an Deutschlands, Wofür steht die AfD?, Arbeitsvisa für Balkan-Flüchtlinge

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 08.03.2017, 12:44
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2012
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Frontal21 berichtet in der Sendung über den in der Gesellschaft wenig anerkannten Beruf des Altenpflegers, über marode Meiler im deutsch-belgischen Grenzgebiet, zeigt am Beispiel eines Balkan-Flüchtlings, wie schwierig es ist, mit einem Arbeitsvisum legal nach Deutschland zurückzukehren und geht der Frage nach, wofür die Partei AfD eigentlich steht.

Pflegefall Altenpflege – Zu wenig Zeit, zu wenig Lohn und Personal

Lange Arbeitszeiten, schlechte Bezahlung und kaum gesellschaftliche Anerkennung - der Beruf des Altenpflegers gilt als wenig attraktiv. Zudem verdienen Altenpfleger deutlich weniger als ihre Kollegen in der Krankenpflege – und fühlen sich deshalb als Pfleger zweiter Klasse. Dabei werden mit Blick auf die demografische Entwicklung in Deutschland dringend mehr Fachkräfte in der Altenpflege benötigt. Denn nicht nur die Anzahl der zu pflegenden Personen nimmt rasant zu, auch mangelt es zunehmend an jungem, qualifiziertem Nachwuchs.

Um mehr Jugendliche für den Beruf zu begeistern, hatte deshalb das Bundesministerium für Familie im Jahr 2012 eine Ausbildungsoffensive gestartet. Die Voraussetzungen für eine dreijährige Ausbildung zur examinierten Altenpflegefachkraft sind gering. Zudem will die Bundesregierung künftig die Pflegeausbildung generalisieren und die bisher getrennten Pflegeberufe Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Berufsbild zusammenfassen. Doch Kritiker befürchten, dass spezielle Kenntnisse der Altenpflege bei einer künftig generalisierten Ausbildung verloren gehen und sich viele in Richtung Krankenpflege orientieren werden, so dass es am Ende immer weniger Altenpflegepersonal geben wird.
Frontal21 über den Pflegefall Altenpflege.

Marode Meiler - Atomgefahr an Deutschlands Grenzen

Im deutsch-belgischen Grenzgebiet bereiten sich die Menschen "weltweit erstmals auf einen Atomunfall öffentlich vor". So drastisch formulierte es kürzlich der Aachener Mediziner Wilfried Duisberg auf einer der zahlreichen Bürgerversammlungen, die über die Gefahr belgischer Atomkraftwerke informieren. Duisberg ist Mitglied der Vereinigung "Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges".
Die veralteten Atomkraftwerke im rund 65 Kilometer von Aachen entfernten Tihange und in Doel, im Hafengebiet von Antwerpen, sind neben den französischen Reaktoren derzeit die Sorgenkinder der europäischen Atompolitik. Denn die Häufigkeit der Zwischenfälle in diesen veralteten Nuklearanlagen nimmt zu. Immer wieder müssen die Meiler aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden.
Die größte Gefahr geht nach Ansicht von Bürgern und Experten von den zahlreichen Rissen in zwei Reaktordruckbehältern aus, die 2012 bei Ultraschalluntersuchungen entdeckt wurden. Der Betreiber der Anlagen, das belgische Unternehmen Electrabel, erklärt, die Risse seien schon beim Bau aufgetreten und völlig ungefährlich. Dabei beruft er sich auf "zahlreiche Studien". Dieser Auffassung folgte auch die belgische Atomaufsicht und erlaubte im Dezember 2015, dass die beiden schadhaften Reaktoren Doel 3 und Tihange 2 wieder hochgefahren werden. Doch angesichts der Anzahl und Größe der Risse haben Wissenschaftler und auch Mitglieder der deutschen Reaktorsicherheitskommission weiterhin massive Zweifel an der Betriebssicherheit der beiden belgischen Meiler.
Frontal21 über belgische Atomreaktoren und die Angst in Deutschland vor einer nuklearen Katastrophe.

Die Denkzettel-Partei - Wofür steht die AfD?

Die Alternative für Deutschland (AfD) befindet sich im Umfragehoch: Am 13. März 2016 wird sie laut Prognosen in die Landtage von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt einziehen. Im östlichsten der drei Bundesländer sehen die Demoskopen die AfD derzeit sogar bei knapp 20 Prozent. Wofür steht die Partei und was macht sie so attraktiv? Hat sie mehr im Angebot, als die "Obergrenze Null" in der Flüchtlingsfrage?
Frontal21 hat das Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt gründlich gelesen. Es geht um Familie, Bildung, Wirtschaft, Verwaltung, selbstverständlich um Zuwanderung und sehr häufig um die nationale Identität: "Was heißt es, Deutscher zu sein?", fragt da etwa die AfD. Eine konkrete Antwort gibt sie aber nicht. Genauso wenig erläutert sie, was eigentlich "lebensfremde Gesellschaftsexperimente" sind, gegen die sich die AfD wehren will.
Um diese und weitere Verständnisfragen zu klären, haben sich Frontal21-Reporter aufgemacht, um an Wahlständen, bei Bürgerabenden und Demonstrationen die Kandidaten der AfD Sachsen-Anhalt um Antworten zu bitten.

Arbeitsvisa für Balkan-Flüchtlinge – Zu viele bürokratische Hürden

Rund 21.000 Menschen wurden letztes Jahr bundesweit abgeschoben, darunter viele Asylsuchende aus dem Westbalkan. Da sie kaum Aussicht auf ein Bleiberecht in Deutschland haben, kehren immer mehr Kosovaren, Albaner und Serben freiwillig zurück in ihre Heimat. Ihre Hoffnung: mit einem Arbeitsvisum legal nach Deutschland zurückzukehren. Diese Möglichkeit sieht die neue Beschäftigungsverordnung vor, die letzten Herbst bei der Verschärfung des Asylrechts beschlossen wurde. Die Opposition kritisiert: Das Angebot der Bundesregierung sei halbherzig, die bürokratischen Hürden, ein Arbeitsvisum in Deutschland zu bekommen, viel zu hoch.
Frontal21 zeigt am Fall von Besim Hasani aus dem Kosovo, wie steinig dieser Weg sein kann.

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