Sendung vom 12. Juli 2016

Politik | Frontal 21 - Sendung vom 12. Juli 2016

Mit den Themen: Der ERGO-Skandal - Versicherungsvertreter auf Lustreise, Streit um Blaue Plakette - Dieselautos droht Fahrverbot, Libanesische Erpresserbande, Bessere Altersvorsorge im Betrieb

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.07.2017, 21:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016

Frontal21 berichtet in der Sendung über den ERGO-Skandal und Versicherungsvertreter auf Lustreise, den Streit um die Blaue Plakette und warum Millionen Dieselautos Fahrverbot droht, eine Erpresserbande aus dem Libanon, der die deutsche Polizei und Justiz machtlos gegenüber steht, sowie über eine bessere betriebliche Altersvorsorge.

Der ERGO-Skandal - Versicherungsvertreter auf Lustreise

Sex auf Firmenkosten - damit geriet der ERGO-Versicherungskonzern in die Schlagzeilen. Grund dafür war eine Konzernreise für die erfolgreichsten Versicherungsvertreter im Jahr 2007 nach Budapest. 20 Prostituierte und 50 Hostessen standen den Handelsvertretern zur Verfügung. Die ERGO versprach lückenlose Aufklärung. Jetzt haben die verbliebenen beiden Angeklagten einen Strafbefehl gegen Geldauflage akzeptiert. Doch wichtige Fragen bleiben: Wusste der Vorstand von den Vorgängen in Budapest? Gab es vor und nach Budapest Konzernreisen mit Beteiligung von Prostituierten?

Frontal21 über eine Unternehmenskultur, die Fragen aufwirft.

Streit um Blaue Plakette - Dieselautos droht Fahrverbot

In deutschen Innenstädten wird der gesetzliche Grenzwert für die gefährlichen Stickoxide in der Atemluft überschritten, weil Dieselfahrzeuge auf der Straße viel schmutziger sind, als es die Abgasnorm vorgibt. Gegen die "dicke Luft" helfen nur Fahrverbote für Dieselautos. Die zuständigen Behörden müssen schnell handeln, haben Verwaltungsgerichte geurteilt und drohen andernfalls Zwangsgeld gegen verantwortliche Landesumweltminister an. Bereits im April 2016 haben sie deshalb gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium die Blaue Plakette für Innenstädte beschlossen. Doch die erhalten voraussichtlich nur die allerneuesten Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6, die für Neuwagen seit 2015 gilt. Alle Dieselautos ohne Blaue Plakette müssen draußen bleiben.

Frontal21 über den Kampf um saubere Atemluft.

Libanesische Erpresserbande - Polizei machtlos

Tausende Menschen in Deutschland werden seit Jahren mit einer dreisten Betrugsmasche von Erpressern aus dem Libanon in Angst und Schrecken versetzt. Opfer sind vor allem Fahrzeugbesitzer, die ihre Autos, Motorräder oder Wohnmobile im Internet zum Verkauf anbieten und dabei ihre Telefonnummern angeben. Nach dem Verkauf melden sich die Erpresser per Telefon und behaupten entgegen der Tatsache, das gekaufte Fahrzeug habe einen Motorschaden - und verlangen Schadensersatz. Verkäufer, die auf die Forderungen nicht eingehen, werden bedroht, sogar mit dem Tode.
Frontal21 liegt ein vertraulicher Lagebericht des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz vor. Darin sind Hunderte solcher Erpressungsfälle und auch die Schadenssummen dokumentiert. Außerdem werden Namen von Hauptverdächtigen in dem Bericht genannt, die aus dem Libanon agieren und deshalb eine Strafverfolgung durch deutsche Polizei und Justiz nicht fürchten müssen. Denn das Bundesjustizministerium hat deutschen Ermittlern die Strafverfolgung in den Libanon hinein untersagt. Grund ist eine Richtlinie, die eine Zusammenarbeit mit Ländern verbietet, in denen Todesstrafe oder Folter droht.

Frontal21 über eine weitgehend unbekannte Betrugsmasche und Kriminelle, die eine Strafverfolgung durch deutsche Justizbehörden nicht fürchten müssen.

Bessere Altersvorsorge im Betrieb - Wer soll das bezahlen?

Niedrige Löhne, unregelmäßige Beschäftigung und sinkendes Rentenniveau - trotz jahrzehntelanger Arbeit werden viele im Alter nicht ohne Grundsicherung auskommen. Deshalb will die Bundesregierung im Kampf gegen Altersarmut die betriebliche Altersvorsorge stärken. "Sie muss auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Klein- und Mittelbetrieben selbstverständlich werden", heißt es im gemeinsamen Koalitionsvertrag von Union und SPD.
Geplant ist eine staatliche Prämie, ähnlich wie die Zulage zur Riester-Rente. Doch Kritik kommt von Finanzexperten, die ein zukunftsfähiges Rentenkonzept fordern. "Flickwerk" nennt der Ökonom und Wirtschaftsweise Professor Peter Bofinger solche Reparaturarbeiten an einer Reform, die dringend wieder reformiert werden müsste.

Frontal21 geht der Frage nach, wie die geplante betriebliche Altersvorsorge funktionieren soll.

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