Sendung vom 18. Oktober 2016

Politik | Frontal 21 - Sendung vom 18. Oktober 2016

Mit den Themen: Bahnkollisionen - Der vermeidbare Tod auf der Schiene, Bomben auf Krankenhäuser, Abgasskandal - Wie tief ist Bosch verstrickt?, Die Jagd nach den Schläfer, Das Attentat von Köln

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.10.2017, 16:19
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Frontal21 berichtet in der Sendung über Bahn-Kollisionen und den vermeidbaren Tod auf der Schiene, Bomben auf Krankenhäuser in Syrien, die gezielte Angriffe auf das Völkerrecht darstellen, den Diesel-Abgasskandal und die Frage, wie tief der Autozulieferer Bosch verstrickt ist, über Rückschlage und Pannen bei der Jagd nach den Schläfern, sowie über den Reker-Attentäter von Köln und was eine Festplatte über ihn verrät.

Bahn-Kollisionen - Der vermeidbare Tod auf der Schiene

Bei der Kollision zweier Regionalzüge bei Bad Aibling sterben im Februar 2016 zwölf Menschen, mehr als 80 werden verletzt. Obwohl die Eisenbahn zu den sichersten Verkehrsmitteln zählt, sterben in Europa immer wieder Menschen bei Zugkollisionen auf eingleisigen Strecken - und es entsteht Sachschaden in mehrstelliger Millionenhöhe. Das Unglück von Bad Aibling war nach bisherigen Erkenntnissen die tragische Folge menschlichen Fehlverhaltens. Jetzt stellt sich allerdings heraus: Der Betreiber der Bahn hatte schon 2011 ein neues Sicherheitssystem getestet, das den Unfall hätte verhindern können. Doch bis heute wird diese Technik nicht eingesetzt. Auch andere Unternehmen, allen voran die Deutsche Bahn, ignorieren das zusätzliche Sicherheitssystem bislang. Politik und Bahnindustrie setzen stattdessen auf ein anderes System. Das European Train Control System (ETCS) soll den europäischen Zugverkehr schneller und auch sicherer machen. Doch der Zeitplan für die Einführung verschiebt sich immer weiter nach hinten. Experten kritisieren das System zudem als zu teuer und fehleranfällig. Und außerdem soll das System ausgerechnet auf den besonders gefährdeten Nebenstrecken auf absehbare Zeit nicht eingesetzt werden.
Frontal21 über Bahn-Kollisionen und den vermeidbaren Tod auf der Schiene.

Bomben auf Krankenhäuser - Gezielte Angriffe aufs Völkerrecht

Das Bombardieren von Krankenhäusern oder eines Hilfskonvois in Syrien gilt gemäß der Genfer Konvention als Kriegsverbrechen. Nach Angaben der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" wurden allein im vergangenen Monat im belagerten Ostteil von Aleppo mindestens fünf Krankenwagen bei Luftangriffen getroffen, zwei davon komplett zerstört.
Die Angriffe gegen Zivilisten und Gesundheitseinrichtungen haben Folgen: Inzwischen versorgen nur noch rund 30 Ärzte schätzungsweise 250.000 Einwohner - unter menschenunwürdigen Bedingungen. In Syrien werde das Völkerrecht mit Füßen getreten, klagt Professor Robin Geiss an. "Wir haben auch Giftgasangriffe in Syrien gesehen, also die No-Gos des Völkerrechts sind da erfüllt." Das bleibe weitgehend folgen- und sanktionslos, kritisiert der Völkerrechtler, der an der Universität Glasgow in Großbritannien lehrt. "Wenn wir hier nicht entschiedener eingreifen, könnte Aleppo tatsächlich zum Vorbild werden für zukünftige Kriege und könnte Nachahmer finden."
Frontal21 sprach mit Ärzten, die immer noch in Syrien arbeiten oder die versuchen, unter Lebensgefahr Medikamente und medizinische Apparate in das Kriegsgebiet zu bringen.

Diesel-Abgasskandal - Wie tief ist Bosch verstrickt?

Der Autozulieferer Bosch scheint tiefer im Diesel-Abgasskandal verstrickt zu sein als bislang bekannt. Das Unternehmen hatte Motorsteuergeräte und Software für VW-Modelle mit illegaler Abschalteinrichtung für den US-Markt geliefert und sieht sich deshalb Zivilklagen in den USA ausgesetzt. Jetzt zeigen Recherchen von Frontal21, dass die Zulieferfirma die Motorsteuerung auch für Dieselautos anderer Hersteller geliefert hat, denen die Verwendung von Abschalteinrichtungen vorgeworfen wird.
Frontal21 geht der Frage nach, was Bosch von der Verwendung der Abschalteinrichtungen wusste.

Die Jagd nach den Schläfern - Rückschläge und Pannen

Was wäre, wenn…? Es ist die Frage, die Deutschlands Terrorermittler umtreibt. Nachdem sie auf die Spur von Jaber Albakr gekommen waren, ging beinahe alles schief: das Scheitern beim ersten Festnahme-Versuch und das Unvermögen, Albakrs Suizid zu verhindern. Die Fahnder sinnieren darüber, was sie von ihm über das wahre Ausmaß der Bedrohung für Deutschland vielleicht hätten erfahren können.

Frontal21 über Rückschläge und Pannen bei der Jagd nach den Schläfern.

Der Attentäter von Köln - Was eine Festplatte über ihn verrät

Vor einem Jahr stach Frank S. die Kölner Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker nieder. Im Prozess behauptete er, ein „wertkonservativer Rebell“ zu sein, kein Nazi. Die Auswertung seiner Festplatte durch ein Team von Frontal21 und dem Recherche-Netzwerk CORRECTIV legen ein anderes Bild nahe.

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