Frontal 21 vom 19. Januar 2016

Politik | Frontal 21 - Frontal 21 vom 19. Januar 2016

Die Themen: Kfz-Versicherer lassen Unfallopfer im Stich, Die Nacht des Staatsversagens - Ist Köln überall?, Zschäpes Märchenstunde, Wenn Kinder Kinder missbrauchen, Gespräche mit Muslimen in Berlin

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.01.2017, 21:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016

Unfallopfer im Stich gelassen
Kfz-Versicherer drücken sich

Wenn es um die Regulierung von Fällen der Kfz-Haftpflicht geht, könnten die Ansichten kaum unterschiedlicher sein. Anwälte, Verbraucherschützer und Betroffene klagen über Versicherer, die jeden juristischen Kniff nutzen, um nicht zu zahlen oder Verfahren in die Länge zu ziehen. Die Versicherungswirtschaft hält dagegen: Das sind Einzelfälle, die Kundenzufriedenheit ist bei etlichen Schadenregulierungen im Jahr hoch. Doch gerade bei teuren Personenschäden sind jahrelange Verfahren keine Seltenheit.

"Frontal 21" berichtet über Menschen, die unverschuldet zu Unfallopfern wurden und seitdem auch um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen.

Die Nacht des Staatsversagens
Ist Köln überall?

Brutale Täter, hilflose Opfer, überforderte Polizisten - die Ereignisse von Köln dürfen sich nicht wiederholen, da sind sich alle einig. Über 750 Strafanzeigen sind laut Kölner Staatsanwaltschaft bisher eingegangen. Neben Diebstählen und Raubüberfällen gehe es bei knapp der Hälfte um Sexualdelikte. Im Fokus stehen Flüchtlinge, vor allem junge Männer aus Nordafrika. Das allgemeine Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung müsse dringend durch eine stärkere Präsenz von Polizei und Staat wieder gestärkt werden, so der Islamwissenschaftler Mathias Rohe. Leider hätten viele Täter allzu oft die Erfahrung gemacht, dass auf massive Übergriffe zu wenige Sanktionen erfolgen. Der Respekt vor dem Rechtsstaat gehe so völlig verloren.

Mehr Polizeipräsenz und die zügige Abschiebung von straffälligen Ausländern sollen künftig abschrecken. Maßnahmen, die schon lange überfällig sind, kritisieren Experten, denn die Probleme waren bekannt. Laut internen Polizeiberichten, die "Frontal 21" vorliegen, wurden in Köln im vergangenen Jahr 2 000 Straftatverdächtige aus Nordafrika registriert, 40 Prozent dieser Gruppe von Zuwanderern wurde bereits innerhalb eines Jahres straffällig. Scharfe Kritik kommt auch vom Leiter der Braunschweiger Kriminalpolizei, Ulf Küch. Von Seiten der Politik habe man verschweigen wollen, dass mit dem Flüchtlingsstrom auch Kriminelle nach Deutschland kommen. Es habe für die Polizei klare Vorgaben gegeben, wie mit "nichtdeutschen" Straftätern umzugehen ist - mit fatalem Ergebnis.

"Frontal 21" über die politischen Folgen von Köln und die Frage, ob die angekündigten Sicherheitsmaßnahmen und Gesetzesänderungen tatsächlich geeignet sind, eine Kapitulation des Rechtsstaates wie in der Silvesternacht künftig zu vermeiden.

Zschäpes Märchenstunde
Entlarvende Erkenntnisse zum NSU

Sie habe stets erst im Nachhinein von den Mordtaten des NSU erfahren und sei darüber entsetzt und fassungslos gewesen, behauptet die Angeklagte Beate Zschäpe im NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht. Doch verhielt sich Zschäpe nicht wie eine verzweifelte Frau: Sie machte mit den Mördern, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, Campingurlaub in Sachsen und an der Ostsee. Auf Fotos wirkt sie fröhlich. Und so haben sie auch andere Feriengäste erlebt: "Es war ein Traum, wie harmonisch sie wirkten, eine Frau und zwei Männer", berichtet eine Urlauberin, die das Trio im Sommer 2005 an der Talsperre Pöhl in Sachsen erlebte - kurz nach zwei Morden. "Die waren immer freundlich; ich habe die nie schlecht gelaunt erlebt", sagt ein Feriengast des Campingplatzes auf Fehmarn, wo das Trio mehrfach Urlaub machte.

Zschäpe sagt außerdem vor Gericht aus, dass sie aus Kummer über die Morde ab Herbst 2006 zunehmend viel Alkohol getrunken und ihre Katzen vernachlässigt habe. Doch wie passt ihre Aussage zu der Tatsache, dass Zschäpe im Oktober 2006 eine ihrer Katzen zum Tierarzt brachte, um ein großes Blutbild anfertigen und ein Herzmedikament verschreiben zu lassen?

"Frontal 21" über die Widersprüche zwischen Beate Zschäpes Handeln, unmittelbar nach den Morden, und ihren Aussagen im NSU-Prozess Jahre später.

Stab

  • Moderation - Ilka Brecht

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