Sendung vom 19. Juli 2016

Politik | Frontal 21 - Sendung vom 19. Juli 2016

Mit den Themen: Verharmloste Verhütung, Der Putsch in der Türkei, Hotelsterne in Deutschland, Abschiebung abgelehnter Asylbewerber

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.07.2017, 21:10
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016

Frontal21 berichtet in der Sendung unter anderem über die schlechte Beratung von Ärzten für hormonelle Verhütungsmittel, den Putsch in der Türkei und die Folgen für Deutschland sowie über Probleme bei der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber.

Abschiebung von Asylbewerbern - "Versagen des Rechtsstaats"

Migranten ohne Asylanspruch sollen konsequent abgeschoben werden. Das hat die Politik vollmundig versprochen. Doch in der Praxis sieht es anders aus. Dem Nachrichtenmagazin  "Der Spiegel" und Frontal21 liegt ein bisher unter Verschluss gehaltener Bericht für die Innenministerkonferenz vor. Darin beklagen Behördenmitarbeiter massive Probleme bei der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber: Viele Migranten hätten keine Ausweispapiere. Allein deshalb seien Abschiebungen in vielen Fällen unmöglich. Die Experten von Bund und Ländern glauben, dass "Dokumentenlosigkeit gezielt als Strategie eingesetzt" werde, um "im Falle einer Ausreisepflicht deren Durchsetzung zu erschweren oder unmöglich zu machen", heißt es in dem Papier. Mehr als 33.000 Migranten würden nur deshalb in Deutschland geduldet, weil ihnen die Papiere fehlten. Es stelle sich die Frage, ob "der Rechtsstaat hier nicht komplett versagt".
Frontal21 über die Probleme bei der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber.

Verharmloste Verhütung - Gefähliche Beratung beim Frauenarzt

Frauen, die sich über hormonelle Verhütungsmittel informieren wollen, werden von ihren Ärzten häufig nur schlecht beraten. Das ergibt eine aktuelle Untersuchung von Frontal21 in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Hamburg. Für diese Stichprobe wurden 28 Ärzte in Berlin zufällig ausgewählt und die Qualität ihrer Beratung bewertet.
Dreiviertel der Frauenärzte schnitten dabei mit den Noten vier (ausreichend) oder sogar fünf (mangelhaft) ab. So wurden wichtige Fragen, mit denen mögliche Gesundheitsrisiken für die Patientin ausgeschlossen werden sollen, oft gar nicht thematisiert. Denn Frauenärzte sollten vor der Verschreibung neuerer Antibabypillen mit dem Wirkstoff Drospirenon abklären, ob bei ihrer Patientin ein erhöhtes Thromboserisiko vorliegt, da Thrombosen zu lebensgefährlichen Embolien führen können. Eine entsprechende Checkliste für Ärzte gibt es in Deutschland seit Januar 2014, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Doch in der Stichprobe fragte ein Viertel der getesteten Ärzte überhaupt nicht danach. Auch ein weiterer Risikofaktor, Migräne mit neurologischen Symptomen, wurde von Dreiviertel der Ärzte nicht angesprochen.
Eine mangelhafte Beratung kann auch für Frauen, die mit der Hormonspirale verhüten, dramatische Folgen haben. In Frontal21 berichten Patientinnen über ihren jahrelangen Leidensweg, weil sie über die möglichen Nebenwirkungen nicht informiert waren. Dazu gehören Depressionen, Eierstockzysten, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko.

Frontal21 über das Geschäft mit der Verhütung und die Frage, warum nicht immer ausreichend vor Risiken und Nebenwirkungen gewarnt wird.

Der Putsch in der Türkei - Die Folgen für Deutschland

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet