Air-Berlin-Pleite

Steuerverschwendung mit Ansage

Politik | Frontal 21 - Air-Berlin-Pleite

Missachtung des Wettbewerbsgesetzes, grundlegender Arbeitnehmerrechte und des Verbraucherschutzes - bei der Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin seien wichtige Regeln der Sozialen Marktwirtschaft missachtet worden.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.03.2019, 21:00

Das kritisieren Wirtschaftswissenschaftler und Insolvenzexperten. Sie werfen Politik und Behörden Versagen vor.

So hat Lufthansa nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt ihren Marktanteil nach der Air-Berlin-Pleite im innerdeutschen Flugverkehr von 69 Prozent auf jetzt 89,2 Prozent erhöht. Doch bereits bei einem Marktanteil von mindestens 40 Prozent wird vermutet, dass ein Unternehmen marktbeherrschend ist. So steht es im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen. Angesichts der neuen Marktmacht der Lufthansa erwartet nun der Vorsitzende der Monopolkommission, Professor Achim Wambach, die Einleitung eines offiziellen Ermittlungsverfahrens gegen Lufthansa wegen Marktmissbrauchs.

Auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr wird im Zusammenhang mit der Air-Berlin-Pleite von Politikern der Linken und der Grünen heftig kritisiert. Die Bundestagsabgeordnete Katharina Dröge (Bündnis 90/Die Grünen) wirft Spohr vor, er habe skrupellos gehandelt. Ihm sei es nur darum gegangen, die Filetstücke von Air Berlin zu kriegen, zu Lasten der Mitarbeiter und auch der Fluggäste. Spohr weist die Vorwürfe zurück. Die Lufthansa-Gruppe habe so viel Air-Berlin-Beschäftigte eingestellt, wie es ihr kartellrechtlich möglich gewesen sei. Doch nach Überzeugung von Gregor Gysi (Die Linke) lief es von Anfang an darauf hinaus, dass Air Berlin an die Lufthansa übergehen sollte. Leidtragende seien vor allen Dingen die ehemaligen Beschäftigten von Air Berlin.

Für Gunther Schnabl, Wirtschaftsprofessor aus Leipzig, war die Air-Berlin-Pleite ein abgekartetes Spiel. Davon profitiert habe Lufthansa. Und die Bundesregierung habe nichts dagegen unternommen. Jetzt droht dem Steuerzahler ein Verlust in fast dreistelliger Millionenhöhe. Denn von dem Staatskredit in Höhe von 150 Millionen Euro sind bislang nur 61 Millionen Euro zurückgezahlt worden. Auf 89 Millionen Euro bleibt der Bund sitzen. Hinzu kommen die Kosten für die immer noch mehr als 4000 arbeitslosen Air-Berlin-Beschäftigten, die der Steuerzahler mittragen muss.

Frontal 21 über die Gewinner und Verlierer der Air-Berlin-Pleite.

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