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Pfleger unter Mordverdacht

Unbeobachtet und unkontrolliert

Politik | Frontal 21 - Pfleger unter Mordverdacht

Inzwischen ist er bundesweit als "Todespfleger" bekannt - Grzegorz Stanislaw Wolsztajn aus Polen. Dem 36-Jährigen wird von der Staatsanwaltschaft München Mord und Raub mit Todesfolge vorgeworfen.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.03.2019, 21:00

Er soll einem 87-jährigen Pflegebedürftigen Insulin verabreicht haben, obwohl der gar kein Diabetiker war, und ihn dadurch vergiftet haben. In vier weiteren Fällen wird gegen Wolsztajn außerdem wegen versuchten Mordes ermittelt. Auch hier handelt es sich um Senioren, die er pflegte. Bei allen gab es Anzeichen einer extremen Unterzuckerung, sie konnten aber im letzten Moment gerettet werden. Mit einer Öffentlichkeitsfahndung wollen Polizei und Staatsanwaltschaft nun erfahren, wen der Beschuldigte noch gepflegt hat.
Bisher konnten 49 Orte im gesamten Bundesgebiet ausfindig gemacht werden, wo Wolsztajn als Hilfspfleger tätig gewesen sein soll. Auch mehren sich Hinweise, dass er für den Tod weiterer alter und pflegebedürftiger Personen verantwortlich sein könnte. Mittlerweile überprüft die Staatsanwaltschaft zehn Fälle.

Nach Einschätzung des Bayerischen Landespflegerates (BLPR) hätte der mutmaßliche Täter gar nicht als Pfleger eingesetzt werden dürfen, denn laut Polizei wäre gegen ihn bereits mehrfach wegen Körperverletzung ermittelt worden. Es fehle in Deutschland eine länderübergreifende und verpflichtende Registrierung der professionell Pflegenden, kritisiert der BLPR. So gebe es keine verbindliche Berufsordnung und eine damit verknüpfte Berufsaufsicht.
Unterdessen fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz verbindliche amtsärztliche Leichenschauen bei allen verstorbenen Pflegebedürftigen: "Nirgendwo ist so einfach zu morden wie in der Pflege, denn Sterben kommt hier nicht unerwartet", sagt Vorstand Eugen Brysch.

Frontal 21 über die fehlende Kontrolle in der Pflege und mögliche Folgen.

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