Brandenburg

Die Geburtsstätte Preußens

Unberührte Natur, malerische Dörfer, preußische Geschichte - Brandenburg hat viel zu bieten. Das wasserreichste Bundesland ist ein typisches Flächenland: Nur 2,5 Millionen Einwohner besiedeln das fast 30.000 Quadratkilometer große Land. Und überall sind die Überreste preußischen Glanzes sichtbar: in vornehmen Schlössern oder ausgedehnten Parkanlagen. Immer wieder wurde über eine Länderfusion Brandenburgs mit Berlin nachgedacht. Doch die Brandenburger bleiben unabhängig. In einer Volksabstimmung votierten sie selbstbewusst gegen einen Zusammenschluss mit der deutschen Hauptstadt.

Brandenburg
Brandenburg


Das Land Brandenburg hat viele Väter: Einer wird immer als erster genannt: Albrecht der Bär, Sohn eines askanischen Grafen. Im Zuge der Ostkolonisation wurde ihm im 12. Jahrhundert die Nordmark übertragen, die er in vielen blutigen Kämpfen verteidigen musste. Ein Großteil der Kirchen in der Mark gehen auf diese Zeit zurück.


Knapp 500 Jahre später war es der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm, der die Macht Brandenburgs ausbaute, Kolonien in Afrika und der Karibik erwarb. Damit begann die glanzvolle Zeit des neuen Königreiches Preußen, das nach und nach zur Großmacht in Europa aufstieg. Sein Sohn Friedrich III krönte sich 1701 selbst in Königsberg zu Friedrich I König in Preußen.

Aufstieg zur europäischen Großmacht

Dessen Sohn wiederum, Friedrich Wilhelm I, auch "Soldatenkönig" genannt, baute Preußens Macht weiter aus, verwaltete das Land mit äußerster Sparsamkeit und rekrutierte eine große Armee. Es entstand das, was man jahrhundertelang negativ mit Preußen verband: kalter Militarismus und Untertanentum. Der Sohn des Soldatenkönigs, Friedrich "der Große", wollte das ändern. Er war eher feinsinniger und bescheidener Natur.

An seinem Hof versammelte er Künstler und Philosophen und ordnete sich als "erster Diener" dem Staate unter. Das Land war arm und der König machte daraus keinen Hehl: Statt prunkvoller Robe trug er abgewetzte Uniformen, und so verbinden sich mit Preußen nicht nur die prunkvollen Schlösser, sondern auch die von protestantischer Moral geprägten Tugenden wie Fleiß, Sparsamkeit und Disziplin.

Kulturelle Blüte

Friedrich der Große wollte den Staat auf moderne Grundlagen stellen: Die Folter wurde aufgehoben, das Justizwesen reformiert. Kunst und Philosophie lagen ihm am Herzen. Selbst ein leidenschaftlicher Flötenspieler und Gelegenheitskomponist, führte er das Land zu kultureller Blüte. Seine Schlösser - etwa sein Lieblingswohnsitz "Sanssouci", was so viel heißt wie sorgenfrei - sind auch heute noch Anziehungspunkt für Millionen Touristen.

Spreelandschaft
Spreelandschaft


Während des Nationalsozialismus existierte das Land nur als "Gau Mark Brandenburg". Zu DDR-Zeiten war das Land in Bezirke unterteilt, nach der Wende wurde das Land "Brandenburg" neu gegründet.

Zwischen Braunkohle und sauren Gurken

Wirtschaftlich hat das Land turbulente Zeiten hinter sich: Befand sich in der Niederlausitz zu DDR-Zeiten noch das größte Braunkohleabbaugebiet Europas, sind die Zechen mittlerweile fast alle stillgelegt - die Braunkohlekrater werden geflutet, hier sollen jetzt Naherholungsgebiete entstehen. Im Ballungsraum Berlin siedelten sich im Laufe der Jahre viele Großfirmen an, auch internationale Investoren interessieren sich aufgrund der günstigen Infrastruktur mehr und mehr für das Berliner Umland.


So sind etwa die Sätze für die Gewerbesteuer im Land niedriger als in anderen Bundesländern, und die Investitionsquote der öffentlichen Haushalte ist hoch. Traditionelle Industrien wie die Erdölraffinerie bei Schwedt und Papierfabriken im Hinterland haben die Wende überlebt. Trotz der Kargheit seines zumeist sandigen Bodens ist Brandenburg vor allem landwirtschaftlich geprägt - nationale Berühmtheit erlangten zum Beispiel die Spreewaldgurken oder der Beelitzer Spargel.

Multikulti

Brandenburg war schon immer ein Einwanderungsland. Schon im 17. Jahrhundert strömten französische Hugenotten zu Tausenden ins Land, weil sie hier ihren Glauben frei ausleben konnten. Sie waren es auch, die das brandenburgische Nationalgericht, die "Boulette", mitbrachten. Die Flamen gaben sogar einem ganzen Landstrich, dem Fläming, ihren Namen. Und in Potsdam baute man für die einströmenden Holländer jenes berühmte "holländische Viertel".

In der Lausitz (ein Teil davon in Brandenburg) leben bis heute die "Sorben". Ein slawischer Stamm, der sich im 6./7. Jahrhundert zwischen Elbe und Oder niederließ. Bis heute haben die Sorben ihre kulturelle Identität bewahrt: Sie sprechen eine eigene Sprache, haben eigene Schulen und Kindergärten und pflegen ihre Feste. Viele der Orts-und Straßenschilder in der Lausitz sind daher zweisprachig gehalten.

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