Bremen

Buten un binnen - wagen un winnen

Draußen und drinnen - wagen und gewinnen, so das Motto der Bremer Kaufleute. Kaufmannstradition wird großgeschrieben in Bremen und mit Stolz aufrechterhalten. Und auch wenn den Bremern Seriosität und hanseatische Zurückhaltung nachgesagt werden, so haben sie doch ihr ganz eigenes Selbstverständnis. Die Bremer lieben ihren Roland, ihren Hafen und ihre Eigenständigkeit. Die Wirtschaftskraft des Hafens und die stolze Geschichte von mehr als 1200 Jahren lassen die Hanseaten selbst das regnerische Klima vergessen.

Bremen

Freie Hansestadt Bremen


Auch wenn Bremen auf den ersten Blick nicht so schillernd sein mag wie andere deutsche Großstädte, hat es doch einiges zu bieten. Es ist die zweitgrößte Hafenstadt, die größte Stadt an der Nordsee, zweitgrößter Außenhandelsstandort Deutschlands - maritimes Flair ist in Bremen inklusive. Historische Architektur wie das Rathaus und das Bremer Wahrzeichen, der steinerne Roland, die 2004 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden, eine 1200-jährige Geschichte und mittelalterliche Altstadtviertel wie das Schnoor (von Schnur) prägen das Stadtbild.
Die "Freie Hansestadt Bremen" besteht aus der Stadt Bremen und dem gut 50 Kilometer nördlich gelegenen Bremerhaven. Bremen ist zwar die zweitgrößte Stadt in Norddeutschland, aber das kleinste der 16 Bundesländer. Umschlossen von Niedersachsen ist es der einzige Zwei-Städte-Staat Deutschlands.

Bereits zwischen dem 1. und 8. Jahrhundert sollen an der Weser erste Siedlungen entstanden sein. Im Laufe der Jahrhunderte gewann Bremen als Handelsstandort immer mehr an Bedeutung. Nach Beitritt zur Hanse 1260, Napoleonischer Besetzung Anfang des 19. Jahrhunderts und schweren Zerstörungen besonders der Schifffahrtsindustrie im Zweiten Weltkrieg, wurde Bremen 1949 Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.

Wirtschaftlich sind in Bremen vor allem die Häfen von großer Bedeutung, die für jeden vierten Arbeitsplatz des Landes verantwortlich und damit Bremens Lebensgrundlage sind. Mit dem Hightech-Containerterminal und als Standort für Im- und Export von Autos belegt Bremen europäische Spitzenpositionen. Hinzu kommt der Columbus-Cruise-Center, von dessen Standort - der Columbuskaje - einst über 8 Millionen europäische Emigranten in die Neue Welt aufgebrochen sind. Diese Tradition setzt sich heute in einem der modernsten Passagierterminals fort.

Roland und Pinkel

Der steinerne Roland ist wohl das bekannteste Bremer Wahrzeichen. 1404 errichtet steht der Roland mit seinen 5,47 Metern auf dem Marktplatz, einem der schönsten Europas, vor dem Rathaus. Der Legende nach wird Bremen so lange frei und selbstständig sein, wie der Roland steht. Um Bremens Fortbestand zu sichern, soll in den Kellergewölben des Rathauses angeblich ein zweiter Roland bereit stehen - nur für den Fall.

Ein weiteres, nicht minder bekanntes Wahrzeichen sind die Bremer Stadtmusikanten. Basierend auf einem Märchen der Brüder Grimm, steht eine Statue neben dem Bremer Rathaus. Ein Glaube besagt, dass ein Wunsch in Erfüllung geht, wenn man die Vorderbeine des Esels berührt. Und all das, obwohl Bremen im Märchen gar nicht erwähnt wird. Spricht man von Bremer Wahrzeichen, so kommt man kaum an dem Bremer Nationalgericht vorbei. "Kohl und Pinkel", Grünkohl und deftiges Fleisch, ist das traditionelle Essen der Bremer, besonders bei gemeinsamen Ausflügen. Dass Pinkel dabei ein spezieller Abschnitt eines Schweinedarms gefüllt mit Grütze ist, tut der Beliebtheit der Speise in Bremen keinen Abbruch.

Ältestes Volksfest Deutschlands

Die "fünfte Jahreszeit" - so bezeichnen die Bremer ihren Freimarkt. Diesen als einfache Kirme zu bezeichnen wäre ein Frevel, handelt es sich doch um das älteste Volksfest Deutschlands. Kaiser Konrad II. verlieh Bremen im Jahre 1035 die "Jahrmarktsgerechtigkeit". Seit dem verwandeln sich die eher spröden Bremer jedes Jahr in einen Ausbund an Fröhlichkeit und Lebenslust, was vielleicht auch daran liegt, dass für die 17 Tage des Freimarktes die sonst üblichen polizeilichen Sperrzeiten für Gaststätten aufgehoben sind.



Zudem gibt es in Bremen so manchen Brauch, der Auswärtigen etwas merkwürdig vorkommen mag. Zur alljährlichen "Eiswette" werfen Kaufleute am 6. Januar Steinchen in die Weser, um einen Notar beurkunden zu lassen, ob die Weser zufrieren wird oder nicht. Heute entscheidet allerdings das Los, denn die Weser ist aufgrund ihrer Begradigung seit 50 Jahren nicht zugefroren. Wer es etwas morbider mag, der kann den Bremer Bleikeller besichtigen. In den Grüften des Doms mumifizieren Leichen aus bisher ungeklärten Gründen.

Der Schlüssel zur Welt

Containerhafen Bremerhaven Quelle: ap

Eine gewisse Rivalität zum großen Nachbarn Hamburg lässt sich in Bremen nicht verleugnen. Beide haben bedeutende Häfen, sind große Außenhandelsstandorte und der Fußball-Bundesligist SV Werder Bremen liefert sich regelmäßige Nordduelle mit dem Rivalen.


Im Volksmund heißt es zudem in einer Anspielung auf die Wappen der beiden Hansestädte: "Hamburg ist das Tor zur Welt, aber Bremen hat den Schlüssel dazu". Bremens Selbstbewusstsein äußert sich auch in der traditionellen Ablehnung einer möglichen Fusion mit Niedersachsen zu einem Nordstaat.

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