Mecklenburg-Vorpommern

Der Nordosten: Zwischen Elbe und Ostsee

Hansestädte und Ostseebäder, die Kreidefelsen auf Rügen und die Mecklenburgische Seenplatte, Backsteingotik und kilometerlange Ostseestrände - Mecklenburg-Vorpommern ist das beliebteste deutsche Reiseziel. Und, kaum zu glauben, die sonnenreichste Gegend Deutschlands liegt im Nordosten: Die Insel Usedom verzeichnet im Durchschnitt die meisten Sonnenstunden im Jahr.

Mecklenburg-Vorpommern

Am, im und auf dem Wasser - Wasser ist allgegenwärtig in Mecklenburg-Vorpommern. 1700 Kilometer Strand und Steilküsten und über 2000 Seen: Das oft liebevoll "Meck-Pomm" genannte Bundesland ist ein Paradies für Angler und Wassersportler und für alle, die gerne ausgedehnte Strandspaziergänge unternehmen. Die Menschen hier leben am und vom Wasser.


"MV tut gut" - mit diesem Werbeslogan lockt das Land die Touristen an. Und sie kommen: Jedes Jahr zieht es Millionen Urlauber an Ostsee und Elbe, Müritz oder Achterwasser. MV ist das einzige Bundesland, das im Fremdenverkehr in den letzten Jahren zweistellige Zuwachsraten verbuchen konnte. Deutschlandweit gehört Mecklenburg-Vorpommern inzwischen zu den gefragtesten Reisezielen, im Sommer 2003 war es erstmals das beliebteste Ferienbundesland.

Strand auf Usedom Quelle: ZDF

Natur, Inseln und Schlösser

Touristisch hat Mecklenburg-Vorpommern auch viel zu bieten: eine abwechslungsreiche und weitgehend intakte Natur, die schon Caspar David Friedrich zu zahlreichen Meisterwerken inspiriert hat - die Ostsee mit ihren Steilküsten, Seebrücken, ausgedehnten Stränden und den beiden größten deutschen Inseln Rügen und Usedom, den Bodden, die Mecklenburgische Seenplatte, das größte zusammenhängende Seengebiet Mitteleuropas, oder die Mecklenburger Schweiz.

Auch architektonische Sehenswürdigkeiten wie das Schweriner Schloss, gewaltige Backsteinkirchen, alte Hansestädte wie Rostock oder Stralsund, das wie auch Wismar zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, und über 2000 Schlösser und Herrenhäuser kann man bestaunen. Mecklenburg-Vorpommern ist auf dem Weg zum "Gesundheitsland Nr.1 in Deutschland". Die saubere Ostseeluft beschert den Ostseebädern und Kurorten viele Kunden. 1793 wurde der kleine Ort Heiligendamm auf Empfehlung des herzöglichen Leibarztes als erster deutscher Badeort mit Sanatorium gegründet. Klassizistische Häuser von einiger Pracht zeugen noch heute davon.

Licht und Schatten

Doch es sieht nicht überall so rosig aus: Im Bundesdurchschnitt hinkt MV in vielen Bereichen noch hinterher. Hier herrscht die höchste Arbeitslosigkeit. Es gibt mit der Hansestadt Rostock (rund 200.000 Einwohner) nur eine Großstadt im am dünnsten besiedelten Bundesland: Rund 75 Menschen leben hier auf einem Quadratkilometer (im Nachbarland Schleswig-Holstein sind es 180).

Und es werden immer weniger. Rund 200.000 vor allem junge Menschen haben seit 1990 das Land verlassen. Die demografische Entwicklung und die fortwährende Abwanderung gerade junger Fach- und Führungskräfte hinterlassen in vielen Bereichen Spuren: Beispielsweise sind Hausärzte Mangelware.

Mecklenburg-Vorpommern holt auf

Erfolgreiche Universitäten

Strand im Ostseebad Sellin Quelle: ap

Aber MV strengt sich an. Und dank der anziehenden Konjunktur und den bundesweit guten Wirtschaftsdaten sind auch Veränderungen im Nordosten zu spüren. 2006 verzeichnete MV das höchste Wachstum seit Jahren: plus zwei Prozent. Traditionell lebt das Land von der Landwirtschaft, der maritimen Wirtschaft und dem Tourismus.



MV ist wie kein anderes Land landwirtschaftlich geprägt. Auch die Werftindustrie ist stark entwickelt, mit seinen Seehäfen ist MV ein wichtiger Verkehrs- und Logistikstandort. Mittlerweile versucht MV aber auch im Bereich von Zukunftsbranchen wie Biotechnologie und Medizintechnik den Anschluss zu bekommen: Technologieorientierte Unternehmen werden gezielt gefördert, die Außenstelle des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Neustrelitz erforscht Methoden zur Erdbeobachtung via Satellit. Auch die beiden traditionsreichen Universitäten des Landes, in Rostock und Greifswald, tragen ihren Teil zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Dem Zukunftsatlas 2007 des Schweizer Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos zufolge ist die Stadt Greifswald der schnellste Aufsteiger im bundesdeutschen Vergleich.


Ein Grund für das gute Abschneiden ist die enge Verzahnung von Universität und Wirtschaft. Doch die guten Nachrichten können nicht darüber hinwegtäuschen: Was die wirtschaftliche Entwicklung angeht, bleiben ländliche, strukturschwache Regionen - wozu große Teile Mecklenburg-Vorpommerns zählen - die größten Sorgenkinder im Bundesvergleich.

Viel Platz für bedrohte Tierarten

Wo wenig Menschen leben, ist viel Platz für die Natur. Und die ist in Mecklenburg-Vorpommern so reichlich vorhanden, dass das Land zahlreiche Schutzgebiete ausgewiesen hat: Drei Biosphärenreservate, sieben Naturparks, 300 Naturschutzgebiete und 140 Landschaftsschutzgebiete sorgen dafür, dass Tiere und Pflanzen ihre ruhigen Schlupfwinkel haben, wo sie sich ungestört entwickeln können.


Im Müritz-Nationalpark sind sogar die bedrohten Seeadler heimisch. Anders als in anderen Regionen Deutschlands sind einige Schutzgebiete auch teilweise für die Naherholung und den Tourismus erschlossen. Das lockt viele Besucher an, die sich, mit einem Fernrohr bewaffnet, auf die Suche nach seltenen und bedrohten Vögeln und anderen Tierarten machen.

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