Thüringen

Kultur pur und Top-Technologie im Freistaat

Weimar und Jena - zwei Städte, die Thüringen zwei seiner vielen Gesichter geben. Nur ein Katzensprung liegt zwischen der Klassiker-Stadt schlechthin und der Forschungs-Hochburg und Boomtown, die sich ganz Richtung Zukunft orientiert hat. Ein weiteres Gesicht Thüringens ist grün - seine vielen Wälder haben dem Freistaat den Beinamen "Grünes Herz Deutschlands" eingebracht.

Thüringen

Sport und Kultur


Touristen haben in Thüringen die Qual der Wahl - der Freistaat hat viel zu bieten: Neben Schiefergebirge, Röhn, Harz und Hainich ist da zum Beispiel der Thüringer Wald mit seinem berühmten Rennsteig. Der 168 Kilometer lange historische Fernwanderweg auf dem Kamm des Mittelgebirges verband schon vor 700 Jahren die Thüringer Kleinstaaten miteinander.
Ein beliebtes Etappenziel der Rennsteigwanderer: Das Wintersportzentrum Oberhof, in dessen Rennsteig-Arena sich jedes Jahr die internationale Wintersport-Elite trifft - vor großer Kulisse. Zu den Weltcups im Biathlon, Rennrodeln oder in der Nordischen Kombination pilgern regelmäßig über 20.000 Besucher. Kein Wunder also, dass aus Thüringen so erfolgreiche Wintersportler wie Ronny Ackermann, Sven Fischer, Silke Kraushaar oder Kati Wilhelm kommen.

Wartburg Quelle: Toma Babovic


Für die weniger Sportbegeisterten kann Thüringen vor allem in Sachen Kultur kräftig punkten: Weimar und Wartburg - nur zwei Besuchermagneten mit großer Geschichte. In der Goethe- und Schillerstadt ist nicht nur der Geist der deutschen Klassik lebendig, auch dank Weimarer Republik und Bauhaus-Ära kommen die Touristen zu Millionen. Dass die UNESCO-Welterbe-Stadt Weimar 1999 auch Deutschlands erste Kulturstadt Europas wurde, war nur konsequent. Im selben Jahr nahm die UNESCO auch die Wartburg oberhalb Eisenachs in ihre Liste auf - eine Würdigung für eine geschichtsträchtige Burg, in der einst Martin Luther, als Junker Jörg versteckt, das Neue Testament ins Deutsche übersetzte.

Abnehmen kann man woanders

Und dann ist da noch Erfurt, die Landeshauptstadt, mit ihrem Dom und der Krämerbrücke, der berühmtesten der insgesamt 216 Erfurter Brücken. Sie ist die einzige vollständig mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke nördlich der Alpen und die Hauptattraktion des großen mittelalterlichen Altstadtkerns.


Ob nach einer anstrengenden Wanderung oder einem gemütlichen Stadtrundgang - die Küche Thüringens ist bei Sport- wie Kulturfreunden gleichermaßen beliebt und vor allem eins: deftig. Thüringer Rostbratwurst oder Klöße, Thüringer Rostbrätl oder regionale Spezialitäten wie Mutzbraten und Schmandkuchen - mit Sicherheit keine Diätkost.

Wachstum und Erfolg

Aber Thüringen ist nicht nur schön und kulturell ganz weit vorne. In der Mitte Deutschlands gelegen, hat sich wirtschaftlich in den letzten Jahren viel getan. Nicht zuletzt, weil fast alle Wege nach und durch Thüringen führen: Die A 4 als Hauptverkehrsader von West nach Ost, die A 9 von Berlin nach München, A 71, 38, 44, 73, zum Teil noch im Bau - in ein paar Jahren hat Thüringen etliche Autobahnkilometer mehr und in puncto problemloser Erreichbarkeit gegenüber vielen anderen Bundesländern die Nase vorn.


Thüringen gilt als eines der Vorzeigeländer. Wirtschaftlich boomende Regionen um Jena, Erfurt und Eisenach, die sogenannten Leuchttürme, sorgten 2006 für die mit 17 Prozent niedrigste Arbeitslosenquote unter den neuen Ländern. Große Firmen wie Opel oder Bosch haben sich nach der Wende in Thüringen angesiedelt. Gemeinsam mit Traditionsbetrieben wie Carl Zeiss oder den Glaswerken Schott, die sich zu High-Tech-Unternehmen gemausert haben, kurbeln sie die Wirtschaft an.

Die Universitätsstadt Jena als Bildungs- und Wissenschaftszentrum mit vielen Forschungslabors und Instituten hat sich zudem in der Biotechnologie einen internationalen Spitzenplatz erobert. Diese positive Entwicklung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die wirtschaftlich schwächeren Regionen um Gera und Nordhausen sowie das Altenburger Land und der Kyffhäuserkreis mit hoher Arbeitslosigkeit und Bevölkerungsrückgang zu kämpfen haben.

Freistaat Thüringen


Mit seiner Verfassung von 1921 wurde Thüringen zum ersten Mal "Freistaat" - ein Jahr nachdem sich die acht Herzog- und Fürstentümer auf dem Gebiet zum Land Thüringen zusammengeschlossen hatten. In der DDR wurde Thüringen 1952 aufgelöst und im Wesentlichen in die Bezirke Gera, Erfurt und Suhl aufgeteilt. Nach der Wiedervereinigung 1990 stellte man Thüringen dann wieder her und nannte es in Anlehnung an seine Bezeichnung in der Weimarer Republik wieder Freistaat.


Seitdem ist es durchgängig CDU-regiert, seit 1999 mit absoluter Mehrheit. 2003 wurde Dieter Althaus Ministerpräsident, davor hatte Bernhard Vogel seit 1992 den Job inne - übrigens der einzige Politiker, der während seiner Karriere Ministerpräsident zweier Bundesländer war. Von 1976 bis 1988 hatte er nämlich schon als Ministerpräsident Rheinland-Pfalz regiert.

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