"Gewinne steigen, Jobs verschwinden - wer kümmert sich um die Verlierer?"

"maybrit illner" vom 1. Dezember 2016

Politik | maybrit illner - "Gewinne steigen, Jobs verschwinden - wer kümmert sich um die Verlierer?"

"maybrit illner" mit dem Thema "Gewinne steigen, Jobs verschwinden - wer kümmert sich um die Verlierer?" vom Donnerstag, den 1. Dezember 2016. Die Gäste: • Sigmar Gabriel (SPD), Bundeswirtschaftsminister, Parteivorsitzender, Vize-Kanzler • Katja …

Beitragslänge:
65 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.03.2017, 22:15
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016

Die Gäste am 1. Dezember

  • Bundeswirtschaftsminister

  • Chefredakteur „Capital“

  • Parteivorsitzende, Die Linke

  • VDA-Präsident

  • Betriebsratsvorsitzender Porsche-Zuliefer-Betrieb

  • Professor für Allgemeine Volkswirtschaftslehre

Deutsche Unternehmen gehören zu den Globalisierungsgewinnern, der Export boomt. Doch den gut bezahlten Facharbeitern steht ein immer größeres Heer an Geringverdienern gegenüber: Deutschland hat den größten Niedriglohnsektor in Europa. Und auch die deutsche Industrie steht unter wachsenden Druck. Der Freihandel, der für die Exportnation Deutschland lebenswichtig ist, wird weltweit in Frage gestellt.

So hat der künftige US-Präsident Trump versprochen sein Land mit Strafzöllen zu schützen. In dieser Situation muss der Wirtschaftsminister sich um die Wettbewerbsfähigkeit kümmern. Weil der aber auch Parteichef der Sozialdemokraten ist, muss er dabei auch die sozialen Standards schützen. Für wen gibt es noch die „gute Arbeit“ und wie lange noch? Und wie ist das zu vereinbaren? Auch darüber diskutiert Sigmar Gabriel bei Maybrit Illner unter anderem mit Katja Kipping und Matthias Wissmann.

Gabriel will einheitliche Tarifregelung für Pflegeberufe

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will Pflegekräfte generell nach Tarif bezahlen lassen. „Wir brauchen einen anständigen Tariflohn für Menschen in der Pflege“, sagte der SPD-Chef am Donnerstag in der ZDF-Sendung „maybrit illner“. Pflegeberufe müssten unter das Dach eines Sozialtarifvertrages gebracht werden, „damit nicht einige anständig bezahlen und viele Private miese Löhne“. Der Anstand einer Gesellschaft messe sich auch daran, wie sie mit Kindern und älteren Menschen umgehe – „und mit denen, die sie pflegen“.

Der Vorsitzende des Verbandes der Autoindustrie, Matthias Wissmann, hat sich für die Managerhaftung bei Verfehlungen ausgesprochen. „Wenn schwere Fehler gemacht worden sind, dann muss das Konsequenzen haben für die Einkommen derer, die die Fehler gemacht haben“, sagte Wissmann in der ZDF-Sendung . Da seien Korrekturen „dringend notwendig“. Wissmann betonte zugleich, in deutschen Unternehmen gezahlte Boni und Gehälter müssten international konkurrenzfähig bleiben. „Die Einkommen müssen auch weltweit interessant bleiben, um gute Leute zu bekommen“, sagte er.

Der Autobauer Volkswagen hatte landesweit für Empörung gesorgt, weil er ungeachtet des Abgas-Skandals hohe Boni an seine Manager zahlt, nahezu zeitgleich aber den Abbau von mehr als 20 000 Arbeitsplätzen in Deutschland angekündigt hat.. Im Vorstand der SPD gibt es nach den Worten des Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel keine Differenzen über die Kanzlerkandidatenkür.

Bei Maybrit Illner sagte Gabriel: „Wir sind bei uns im Vorstand der SPD absolut einig, in welchen Schritten wir das machen.“ Druck, den Kandidaten zeitnah auszurufen, wies der Parteichef erneut zurück. Die Frage, wer für die Sozialdemokraten zur Bundestagswahl ins Rennen gehe, beantworte man „nicht mal eben zwischen Weihnachten und Neujahr“, betonte er. In diesem Sinne werde die SPD auch beharrliche Nachfragen von Journalisten noch bis zum angekündigten Termin im Januar aushalten. „Das Wahljahr beginnt 2017 und ich finde, wir sind klug beraten, mit der Frage ernsthaft umzugehen“, sagte Gabriel.

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