Gier statt Reue – kommt die Banken-Krise zurück?

"maybrit illner" vom 27. Oktober 2016

Politik | maybrit illner - Gier statt Reue – kommt die Banken-Krise zurück?

"Gier statt Reue – kommt die Banken-Krise zurück?" Sehen Sie hier den ZDF-Polittalk "maybrit illner" vom 27. Oktober 2016

Beitragslänge:
64 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.01.2017, 21:15
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016

Die Gäste vom 27. Oktober 2016

  • CSU

  • Finanzjournalistin, CNBC

  • ehemaliger Investmentbanker

  • Die Linke

  • Deutsche Bank

  • Chefredakteur Finanztip

Die Deutsche Bank ist geldgewordene Krise. Das Investmentbanking bescherte dem Mutterhaus einst goldene Jahr. Heute droht die Bank genau wegen des Investmentbankings und der großen internationalen Verflechtung zur Gefahr für Finanzmärkte und Wirtschaft zu werden. Juristische Altlasten kommen hinzu.

Zocker belohnt und Sparer bestraft?

Wer ist schuld an dieser Situation? Muss die Politik im Ernstfall die Bankenpleite zulassen? Oder muss am Ende doch wieder der Steuerzahler einspringen? Die Sparer in Deutschland würde dies doppelt treffen. Dank Billiggeld der Europäischen Zentralbank verdienen Profis Unsummen an Aktien und Immobilien; für einfache Sparer gibt es nur noch Null-Zinsen. Heißt es Zinsen runter, Gebühren rauf und schon wieder Banken retten?

Gier statt Reue – kommt die Banken-Krise zurück?
"Gier statt Reue – kommt die Banken-Krise zurück?" - "maybrit illner" vom 27. Oktober 2016 Quelle: imago

Die Deutsche Bank (DB) will ungeachtet ihrer komplizierten Lage keine Hilfe vom Staat. Die Diskussion, ob Regierung oder Wirtschaft das Geldhaus im Notfall retten müssten, sei „eine völlig theoretische Debatte“, die im Unternehmen selbst nicht geführt werde, sagte  Konzernsprecher Jörg Eigendorf  in der Sendung. Es gehe nicht darum, ob man sich helfen lassen würde. Es gehe darum, sich „aus eigenen Stücken“ aus der derzeitigen Situation zu befreien.

Deutsche Bank will keine Hilfe vom Staat

Eigendorf betonte die Notwendigkeit der im Zuge der Bankenkrise 2008 verschärften  Eigenkapitalvorschriften und einer „besseren Regulierung der Bankgeschäfte“. Nur so komme man zu einem so sicheren System, dass eine umfallende Bank nicht dem Staat zur Last falle. „Unternehmen müssen am Ende auch insolvent gehen können. Das kann nicht nur für Industrieunternehmen gelten, sondern das muss auch für Banken gelten.“

Der Staat muss nach Ansicht von Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) einen Teil der Haushaltsvorteile aus der Niedrigzinspolitik an die Bürger zurückgeben. „Kleine und mittlere Einkommen müssen massiv entlastet werden durch eine ehrliche und große Steuerreform“, forderte Söder bei „maybrit illner“. Er gehe davon aus, dass eine solche Reform in der Größenordnung „von 10 bis 15 Milliarden Minimum“ kommen werde, sagte der CSU-Politiker.

Staat muss Vorteile aus Niedrigzinspolitik an Bürger zurückgeben

Gleichwohl plädierte der bayerische Minister für ein Ende der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese habe in der Krise Märkte stabilisiert und Zeit verschafft. Jetzt aber sei die Krisenintervention für manche Staaten Methode geworden. Vor allem in Südeuropa werde der Reformeifer gebremst, weil billiges Geld leicht zu haben sei. Das sei unfair gegenüber den Sparern und führe überdies nicht zum gewünschten Erfolg. „Man kann mal Aspirin nehmen, aber wenn man es dauerhaft nimmt, ist das keine Lösung“, betonte Söder.

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