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Der Papst, der aus der Kälte kam - Johannes Paul II.

"mein ausland" vom 15.05.2020

Film von Tilmann Bünz

Beitragslänge:
14 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.11.2020

Zwei Polen, die die Welt veränderten.

Die Reportage aus der phoenix-Reihe mein ausland zeigt bislang unveröffentlichtes Filmmaterial aus der ab 1979 einsetzenden Wendezeit in Polen, sowie Interviews mit engen Weggefährten des Papstes. So berichtet der Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa über seine Geheimgespräche mit Johannes Paul II. zu Zeiten des Kriegsrechts – in jenen Tagen als Wałęsa als Vorsitzender der Solidarność-Gewerkschaft furchtlos Streiks und Proteste für Reformen und Freiheit anführte.
So ist die Reportage auch ein Film über zwei Polen, die die Welt veränderten.

Heute strahlt der Stern von Johannes Paul II. umso heller, je mehr das Land in zwei Lager zerfällt.  Zwischen 1980 und heute hat  Polen seine chronische Mangelwirtschaft komplett  überwunden, aber die inneren Ängste und Ressentiments leben fort, sagt der Ex-Jesuit und Theologieprofessor Stan Obirek. Teile der polnischen Gesellschaft – so scheint es – verstehen  sich besser auf Kampf und Opposition, als auf die Mühen der Ebene, die es für eine echte demokratische Zivilgesellschaft braucht.

Er brachte mit einem einzigen Besuch in seinem Heimatland den Kommunismus zum Wanken: Am 18. Mai 2020 wäre Karol Wojtyla, der erste polnische Papst, 100 Jahre alt.  In seiner Heimat wird er als Erlöser verehrt. Aber was würde er zu dem Polen von heute sagen, so politisch und gesellschaftlich gespalten wie es ist?

Die phoenix-Reportage von ARD-Reporter Tilmann Bünz beginnt  in der Lieblingskirche von Johannes Paul II. in Nova Huta, der ersten sozialistischen Großsiedlung Polens  bei Krakau. Die Kirche - auch genannt „die Arche“ – hatte der spätere Papst den damaligen kommunistischen Machthabern in langen Jahren abgerungen, die Nova Huta ursprünglich als  erste „Stadt ohne Gott“ propagieren wollten. Die 20 Meter hohen gewaltigen Steinmauern der Kirche wurden von Hand und mit hölzernen Behelfsgerüsten hochgezogen, weil die autoritär regierende sozialistisch-kommunistische Partei allen staatlichen Unternehmen untersagt hatte, dafür Baukräne und Gerüste zu leihen.

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