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Kippa - die Reportage

Antisemitismus in Deutschland

Film von Lukas Nathrath, phoenix

28 min
28 min
19.05.2021
19.05.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.11.2021

Der Film „Kippa – die Reportage“ rekonstruiert die wahre Begebenheit von antisemitischem Mobbing und rassistischer Gewalt an einer deutschen Schule, deren Opfer ein jüdischer Mitschüler wurde.

Der Autor Lukas Nathrath geht für phoenix der Frage nach: Wie viel Antisemitismus gibt es noch — oder wieder — im Deutschland des 21. Jahrhunderts? Welche Vorurteile und Formen der Diskriminierung gegen Juden existieren hier schon seit Jahrzehnten, trotz einer „Erinnerungskultur“, die sich nach dem Holocaust ein „Nie Wieder“ auf die Fahnen geschrieben hat? Und inwiefern tragen neue Mitglieder der deutschen Gesellschaft zur derzeitigen Welle von Antisemitismus bei?

Durch Erfahrungsberichte aus erster Hand versucht die Reportage, individuelle Antworten auf diese Fragen zu finden und ein aktuelles Stimmungsbild darzustellen. Dabei erzählen verschiede Gesprächspartner über ihre persönlichen Erlebnisse und ihren Umgang mit Antisemitismus — von scheinbar beiläufigen Kommentaren und subtilen Demütigungen bis zu offenen, aggressiven judenfeindlichen Übergriffen. Ein Vater, der seinen Sohn vor dem Mobbing seiner Mitschüler zu schützen versucht, eine Pädagogin, die verbal im Unterricht attackiert wird, die Gründerin eines interkulturellen Jugendnetzwerks, die sich erinnert, wie sie in ihrer Schulzeit gesagt bekam: „Hier dürfen keine Juden sitzen“, eine in Deutschland lebende Filmemacherin aus Tschetschenien, die über den Judenhass in ihrer eigenen Familie berichtet, ein Psychologe, ein Restaurantbetreiber und andere mehr reflektieren und analysieren ihre Erfahrungen mit Antisemitismus.

Diese Attacken kommen von allen Seiten: von Rechts- und Linksextremen, aus bestimmten muslimischen Milieus — und aus der Mitte der deutschen Gesellschaft. Dabei wird auch deutlich, wie sich vermeintliche Israelkritik mit Antisemitismus verstrickt: „Bereits mit 12 Jahren galt ich als Außenministerin des Staates Israel“, sagt eine Gesprächspartnerin. „Siehst du, die Juden sind auch nicht besser als die Nazis“, hat ein anderer Zeitzeuge immer wieder mit Bezug auf Israel gehört.

Sophie Brüss, Beraterin der Servicestelle „SABRA“ für Betroffene von Rassismus und Antisemitismus, erzählt über die Passivität der Außenstehenden, die sie dabei oft im Zusammenhang mit antisemitischen Angriffen erlebt: „Dass es Menschen drum herum gibt, die einfach nicht einschreiten und es als selbstverständlich erachten, dass es sowas gibt, das ist neben der Verletzung, die man sowieso erfährt, eigentlich noch die viel größere. Man denkt: Ich bin komplett alleine.“ Dieser Film versucht, den Betroffenen das Gefühl zu geben, dass sie nicht alleine sind.

 

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