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Welche Hilfe brauchen Intensivpatienten?

"corona nachgehakt" vom 26.08.2020

Rund 17 Prozent der COVID19-Fälle müssen aufgrund eines schweren Verlaufs im Krankenhaus behandelt werden, besonders schwer Erkrankte werden auf Intensivbetten verlegt. Doch was bedeutet das für die Patienten genau? Phoenix-Moderatorin Julia Grimm spric...

14 min
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08.10.2020
08.10.2020
Video verfügbar bis 08.04.2021

Rund 17 Prozent der COVID19-Fälle müssen aufgrund eines schweren Verlaufs im Krankenhaus behandelt werden, besonders schwer Erkrankte werden auf Intensivbetten verlegt. Doch was bedeutet das für die Patienten genau? Phoenix-Moderatorin Julia Grimm spricht dazu mit Intensivmediziner und Oberarzt Aiko Liedmann, der am Städtischen Krankenhaus in Heinsberg arbeitet. Die Stadt war besonders hart getroffen vom Ausbruch des Corona-Virus SARS-CoV-2 in Deutschland Anfang des Jahres.

Wer wird intensivmedizinisch versorgt?

Generell sind Intensivbetten für schwerkranke Menschen vorgesehen, die besondere Pflege benötigen oder deren fragiler gesundheitlicher Zustand intensiv beobachtet werden muss, da bei Verschlechterungen schnell gehandelt werden muss. Die durch das Corona-Virus ausgelöste COVID-19-Infektion äußert sich durch unterschiedliche Symptome, die verschieden starke Verläufe auslösen. Im schlimmsten Fall kann sie zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und damit zum Tod führen. Für viele ältere Patienten oder Menschen mit Vorerkrankungen wie etwa Asthma muss bei einer schweren Erkrankung schnell eine intensivmedizinische Behandlung gewährleistet werden.

Wie gut ist Deutschland mit Intensivbetten aufgestellt?

Mit 34 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner führt Deutschland im OECD-Vergleich die Liste an. Bereits vor der Corona-Krise gab es in Deutschland überdurchschnittlich viele Intensivbetten im Vergleich zur Einwohnerzahl. Im Laufe der Pandemie wurde die Anzahl noch einmal deutlich aufgestockt. Zudem sind seit dem 16. April 2020 alle deutschen Krankenhäuser dazu verpflichtet, über die intensivmedizinisch behandelten COVID-19-Patientinnen und Patienten die Bettenkapazität auf den Intensivstationen tagesaktuell zu dokumentieren. Auf der Website, die die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) zusammen mit dem Robert Koch-Institut (RKI) führt, sind diese Informationen abrufbar.

Welche Behandlung erfolgt auf der Intensivstation?

Da eine COVID-19-Infektion zu einer Lungenentzündung führen kann, die die Aufnahme von Sauerstoff massiv reduziert, benötigen die Erkrankten häufig externe maschinelle Beatmung. Diese künstliche Beatmung wirkt sich natürlich auch auf den Verlauf der Erkrankung und den Zeitraum der Genesung aus:
"Es dauert länger als bei anderen Patienten und Patientinnen mit einem akuten Lungenversagen. Sobald wir die Patienten beatmen müssen, benötigen wir im Schnitt 11 bis 14 Tage. In der Regel können wir schon nach 7 Tagen sagen, ob sie einen Beatmungserfolg, also einen Therapieerfolg haben werden", sagt Hartmut Bürkle, Chefarzt der Anästhesie an der Uniklinik Freiburg.

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Welche Medikamente helfen in diesem akuten Stadium?

Bei der Suche nach geeigneten Medikamenten gegen eine COVID-19-Infektion ist es entscheidend, in welcher Krankheitsphase der Patient sich befindet: So können Medikamente, die im Frühstadium Abhilfe schaffen, im späteren Verlauf gegenteilige Effekte erzielen und den Körper zusätzlich belasten und Organe beschädigen.

Eine Studie der Universität Oxford testete das Medikament Dexamethason, ein Entzündungshemmer, der auch bei Krebserkrankungen eingesetzt wird. Zu beobachteten war, dass während der Anwendung des Medikaments bei schwer Erkrankten ein Drittel weniger Patienten verstarben. Bei Patienten mit milder Erkrankung zeigte es jedoch keinerlei Wirkung.

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