Sie sind hier:

Wie läuft die medizinische Versorgung bei einer zweiten Welle?

"corona nachgehakt" vom 24.08.2020

Nachdem die Infektionszahlen wieder ein hohes Niveau erreicht haben, wächst die Angst vor einer zweiten Welle. Wie sind deutsche Krankenhäuser vorbereitet und welche Lehren hat man aus den bislang gemachten Erfahrungen gezogen? Dazu erläutert Professor ...

13 min
13 min
08.10.2020
08.10.2020
Video verfügbar bis 08.04.2021

Nachdem die Infektionszahlen wieder ein hohes Niveau erreicht haben, wächst die Angst vor einer zweiten Welle. Wie sind deutsche Krankenhäuser vorbereitet und welche Lehren hat man aus den bislang gemachten Erfahrungen gezogen?

Dazu erläutert Professor Christian Karagiannidis, Sprecher der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, im Gespräch mit Michael Krons eine Studie, die erstmals bundesweite und bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse zur Behandlung und zum Krankheitsverlauf von Covid-19-Patienten abbildet.

 

Was hat die Studie ergeben?

In der Studie wurden Daten von über 10.000 Patienten aus 920 deutschen Krankenhäusern ausgewertet. Es handelt sich hierbei um die abgeschlossenen Krankenhausfälle. Die Ergebnisse zeigen, dass etwa ein Fünftel (22 Prozent) der stationär behandelten Covid-19-Patienten verstarben. Die Studie legte Auswirkungen in Bezug auf die Geschlechter und Altersgruppen der Patienten offen: Es ließ sich erkennen, dass Männer mit Covid-19 fast doppelt so häufig beatmet werden mussten wie Frauen. Sie starben außerdem häufiger an der Erkrankung (25 Prozent). Bei den Frauen erlagen 19 Prozent der Krankheit. Generell war die Sterblichkeitsrate bei älteren Menschen höher: 38 Prozent der über 80-Jährigen, und 27 Prozent der 70 bis 79-Jährigen verstarben nach einer Covid-19-Erkrankung.

null<h2><strong></strong></h2>

Welche Erkenntnisse kann man daraus für eine "zweite Welle" ziehen?

Wirkliche Alternativen zur künstlichen Beatmung gibt es laut Prof. Christian Karagiannidis zwar nicht, doch habe man mit Medikamenten wie Remdesivir oder Cortison teilweise den Krankheitsverlauf der Patienten beeinflussen könne. So habe Remdesivir bei früher Verwendung einen Effekt erzielt und Cortison gegen die Sterblichkeit bei beatmungspflichtigen Patienten geholfen, so Karaginnidis. Ein weiterer Punkt sei das Nierenversagen, welches ein häufiges Merkmal im Krankheitsverlauf war. Dem müsse man mit frühzeitigem Behandeln entgegenwirken. Generell sei für eine "zweite Welle" wichtig, besonders ältere Menschen zu schützen, sagte der Oberarzt.

Beatmung: Zu welchen Erkenntnissen kommt die Studie?

Wenn Covid-19 die Atmung der Pateinten beeinträchtigt kann eine künstliche Beatmung notwendig werden. Das Einsetzen der Beatmungsgeräte wirkt sich auch auf den Verlauf der Erkrankung und den Zeitraum der Genesung aus. Kennzeichnend für die Studie war, dass in Deutschland, wo die Krankenhauskapazitäten nicht ausgelastet waren, die Sterblichkeitsrate bei Patienten, für die eine künstliche Beatmung eingesetzt werden musste, besonders hoch war (53 Prozent). Besonders häufig starben dabei die über 80-Jährigen. Doch auch bei Erkrankten ohne Beatmung kam es zu Todesfällen. Diese belaufen sich auf 16 Prozent.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.