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Sonntagsfrage: SPD auf Rekordtief

Politik | Politbarometer - Sonntagsfrage: SPD auf Rekordtief

Die SPD hat in der Sonntagsfrage kurz vor ihrem Sonderparteitag ein historisches Tief erreicht. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.01.2019, 08:00

In der Woche vor dem Sonderparteitag der SPD, auf dem es um die Entscheidung für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU geht, fällt die SPD bei der Sonntagsfrage auf einen Negativrekord.

Sonntagsfrage: SPD bei 20 Prozent

Wenn am nächsten Sonntag wirklich gewählt würde, dann käme die CDU/CSU jetzt auf 33 Prozent (plus eins), die SPD nur noch auf 20 Prozent (minus drei). Die AfD erreichte zwölf Prozent (unverändert), die FDP acht Prozent (unverändert), die Linke zehn Prozent (plus eins) und die Grünen erhielten zwölf Prozent (unverändert). Die anderen Parteien lägen zusammen bei fünf Prozent (plus eins).

Durchwachsene Bewertung der Sondierungsergebnisse

Diese dramatisch schlechten Werte für die SPD sind vor dem Hintergrund der durchwachsenen Bewertung der Sondierungsergebnissen mit der CDU und CSU zu sehen. Insgesamt finden diese Ergebnisse 38 Prozent gut und 41 Prozent nicht gut (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht"). Nur die Anhänger der CDU/CSU halten diese mehrheitlich für gut (57 Prozent zu 23 Prozent). Bei den SPD-Anhängern sind die Meinungen eher geteilt (41 Prozent zu 46 Prozent). Bei den Anhängern aller anderen Parteien werden sie mehrheitlich als "nicht gut" bewertet.

Mehrheit: CDU hat sich eher durchgesetzt

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41 Prozent bewerten die Sondierungsergebnisse als nicht gut. Quelle: Maurizio Gambartini

Nach Meinung der Befragten tragen die erzielten Ergebnisse stärker die Handschrift der CDU als die der SPD: So meinen 63 Prozent, dass die CDU ihre Forderungen dort eher durchgesetzt hat (19 Prozent sehen das nicht so), 50 Prozent sagen das von der CSU (eher nicht: 29 Prozent). Nur 24 Prozent glauben, dass die SPD ihre Forderungen eher durchgesetzt hat (eher nicht: 58 Prozent).

Wohlwollen für Große Koalition

Unabhängig von der recht kritischen Sicht auf die Sondierungsergebnisse stößt die Große Koalition eher auf Wohlwollen: 45 Prozent fänden eine gemeinsame Regierung von CDU/CSU und SPD gut, 17 Prozent wäre das egal und 36 Prozent fänden sie schlecht. Klare Mehrheiten der Anhänger von CDU/CSU (gut: 68 Prozent; schlecht: 17 Prozent ) und der SPD (gut: 57 Prozent ; schlecht: 29 Prozent ) befürworten die GroKo.

Mehrheit erwartet SPD-Votum für Koalitionsverhandlungen

Auf dem SPD-Parteitag am Sonntag in Bonn muss die SPD entscheiden, ob sie auf der Basis der Ergebnisse der Sondierungsgespräche Koalitionsverhandlungen mit der Union aufnehmen will. Eine deutliche Mehrheit (64 Prozent) der Befragten erwartet, dass die SPD dort grünes Licht geben wird, 30 Prozent meinen das nicht. In den Reihen der SPD-Anhänger glauben sogar 75 Prozent, dass sich die SPD für Koalitionsverhandlungen entscheiden wird (glauben nicht: 20 Prozent).

Wenn es um die Frage geht, was für die SPD besser wäre, eine Koalition mit der Union oder der Gang in die Opposition, sind sowohl die Gesamtheit aller Befragten als auch die SPD-Anhänger eher geteilter Meinung (46 Prozent zu 48 Prozent bzw. 47 Prozent zu 51 Prozent).

Dass Martin Schulz seine Arbeit als SPD-Vorsitzender eher gut macht, glauben 35 Prozent aller Befragten, 55 Prozent sehen das nicht so. Ganz anders fällt das Meinungsbild bei den SPD-Anhängern aus. 66 Prozent finden, dass Martin Schulz seine Arbeit gut macht (nicht gut: 28 Prozent).

Alternative: Neuwahlen bevorzugt

Sollte es nicht zu einer Großen Koalition kommen, plädieren 54 Prozent aller Befragten für Neuwahlen, 43 Prozent sind dann für eine Minderheitsregierung der CDU/CSU.

Wenig Bewegung in den Politiker-Top-Ten

Auf der Liste der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker gibt es relativ wenig Veränderung zum Dezember-Politbarometer: Wolfgang Schäuble liegt weiter auf Platz eins mit einem Durchschnittswert von 1,8 (Dez.: 2,0) auf der Skala von +5 bis -5. Dahinter folgen Winfried Kretschmann mit 1,7 (Dez.: 1,5), Angela Merkel mit unveränderten 1,5 und ebenfalls unverändert mit nur ein paar Hundertstel weniger Sigmar Gabriel mit 1,5.

Danach kommen Cem Özdemir mit 1,1 (Dez.: 1,1), Ursula von der Leyen mit 0,5 (Dez.: 0,5), Martin Schulz mit 0,4 (Dez.: 0,6), Sahra Wagenknecht mit 0,4 (Dez.: 0,2) und Christian Lindner mit unveränderten 0,3. Schlusslicht bleibt, wenn auch deutlich verbessert, Horst Seehofer mit 0,0 (Dez.: minus 0,4).

Zustimmung für Merkel als nächste Kanzlerin gesunken

Apple-Chef Tim Cook lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
54 % der Deutschen fänden es gut, wenn Angela Merkel wieder Kanzlerin wird. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa

Wenn Angela Merkel wieder Kanzlerin wird, fänden das 54 Prozent gut und 42 Prozent nicht gut. Unmittelbar nach der Bundestagswahl lag ihre Unterstützung noch bei 62 Prozent (nicht gut: 35 Prozent).

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 16. bis 18. Januar 2018 bei 1.332 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei werden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 36 Prozent, SPD: 21 Prozent, AfD: acht Prozent, FDP: acht Prozent, Linke: elf Prozent, Grüne: zwölf Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 2. Februar 2018. Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de.

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