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Mehrheit für schnellstmöglichen Kohleausstieg

Beim Thema Kohle haben die Deutschen eine klare Präferenz: Eine deutliche Mehrheit ist für einen möglichst schnellen Ausstieg. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.01.2020

Heute findet die abschließende Sitzung der Kohlekommission statt, die Empfehlungen für den Ausstieg aus der Kohle bei der Stromerzeugung vorlegen soll. Einen möglichst schnellen Kohleausstieg finden 73 Prozent sehr wichtig oder wichtig, 18 Prozent weniger wichtig und nur sieben Prozent überhaupt nicht wichtig (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils „weiß nicht“).

Mit Ausnahme der AfD-Anhänger, bei denen nur 46 Prozent den Kohleausstieg als (sehr) wichtig beurteilen, gibt es in allen anderen Parteianhängergruppen sehr deutliche Mehrheiten, für die ein möglichst schnelles Ende der Kohleverstromung (sehr) wichtig ist.

Ein Drittel der Deutschen erwartet ungeordneten Brexit

Weiterhin eine sehr klare Mehrheit von 75 Prozent aller Befragten findet es schlecht, dass Großbritannien aus der EU austreten will, nur sieben Prozent finden das gut und 16 Prozent ist es egal. Nach dem Scheitern des mit der EU ausgehandelten Austrittsvertrages im britischen Unterhaus haben die Deutschen ganz unterschiedliche Vorstellungen, wie es jetzt weiter geht: 33 Prozent erwarten, dass es zu einem ungeordneten Brexit ohne einen Vertrag kommen wird, 28 Prozent glauben, dass doch noch ein Austrittsvertrag zustande kommt, und 31 Prozent meinen, dass letztendlich Großbritannien in der EU bleiben wird.

Sollte es jetzt doch noch zu Nachverhandlungen für einen Austrittsvertrag zwischen Großbritannien und der EU kommen, ist eine deutliche Mehrheit (73 Prozent) - ähnlich wie in der Vergangenheit - der Meinung, dass die EU keine weiteren Zugeständnisse machen sollte (dafür: 20 Prozent).

Mehrheit für engere deutsch-französische Zusammenarbeit

Heikpo Mass unterzeichnet den Vertrag im Beisein von Emmanuel Macron, Angela Merkel und Jean-Yves le Drian
Deutschland und Frankreich setzen mit der Unterzeichnung des Aachener Vertrages ein Zeichen für Europa.
Quelle: reuters

Diese Woche wurde in Aachen der neue deutsch-französische Freundschaftsvertrag unterzeichnet, der die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern intensivieren soll. Eine engere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich unterstützen 66 Prozent aller Befragten, 26 Prozent sind dafür, dass es so bleibt wie es ist und nur fünf Prozent wollen ein weniger enges Verhältnis zum westlichen Nachbarn.

Projektion: CDU/CSU legt zu – AfD und Grüne verlieren

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 31 Prozent (plus zwei), die SPD bliebe auf ihrem historischen Tiefstwert von 14 Prozent, die AfD läge bei 13 Prozent (minus eins), die FDP bei acht Prozent und die Linke bei neun Prozent (beide unverändert). Die Grünen erreichten jetzt 20 Prozent (minus eins) und die anderen Parteien zusammen fünf Prozent (unverändert). Damit hätte eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen als einziges Zweier-Bündnis eine Mehrheit.

45 Prozent erwarten positive Zukunft mit CSU-Chef Söder

Dass der am Wochenende gewählte neue CSU-Vorsitzende Markus Söder die CSU erfolgreich in die Zukunft führen wird, glauben 45 Prozent aller Befragten und 38 Prozent bezweifeln das. Bei den Anhängern der Union ist in dieser Hinsicht eine Mehrheit von 57 Prozent zuversichtlich und 31 Prozent sind skeptisch.

Markus Söder
Der neue CSU-Chef Markus Söder ruft seine Partei zur Geschlossenheit auf.
Quelle: reuters

Von einem zukünftig verbesserten Verhältnis zwischen CDU und CSU unter den neuen Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer und Markus Söder gehen 43 Prozent aus, sechs Prozent erwarten eher eine Verschlechterung und die meisten (45 Prozent) rechnen nicht mit großen Veränderungen. Wesentlich positiver urteilen dabei die Anhänger der beiden C-Parteien, bei denen 59 Prozent von einer besseren Zusammenarbeit ausgehen (Verschlechterung: drei Prozent; nicht viel anders: 34 Prozent).

Breite Unterstützung für Merkels Kanzlerschaft bis 2021

70 Prozent aller Befragten finden es gut, wenn Angela Merkel - wie von ihr angekündigt - bis Ende der Legislaturperiode 2021 Bundeskanzlerin bleiben würde, 27 Prozent fänden es nicht gut. Bei den CDU/CSU-Anhängern sehen das 88 Prozent positiv und nur elf Prozent negativ.

Die beste Bewertung der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker erhält erstmals seit gut einem halben Jahr wieder Angela Merkel. Sie erreicht auf der Skala von +5 bis -5 einen leicht verbesserten Durchschnittswert von 1,5 (Jan.I: 1,4). Danach folgen Wolfgang Schäuble mit 1,4 (Jan.I: 1,5) und Annegret Kramp-Karrenbauer mit 1,3 (Jan.I: 1,4). Dann kommen Robert Habeck mit unveränderten 1,3, Olaf Scholz mit unveränderten 0,9, Christian Lindner mit 0,3 (Jan.I: 0,4), Friedrich Merz ebenfalls mit 0,3 (Jan.I: 0,1) und Sahra Wagenknecht, die jetzt wieder zu den Top Ten gerechnet wird, mit 0,2. Weiter im Negativbereich befinden sich Andrea Nahles mit unveränderten minus 0,3 und Horst Seehofer mit minus 0,8 (Jan.I: minus 0,9).

Die Umfrage zum Politbarometer ...

... wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 22. bis 24. Januar 2019 bei 1.285 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei werden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei  Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/- zwei  Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 33 Prozent, SPD: 15 Prozent, AfD: 9 Prozent, FDP: 8 Prozent, Linke: 8 Prozent, Grüne: 22 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 8. Februar 2019. Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de.

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