K-Frage: Merkel knapp vor Schulz

Politik | Politbarometer - K-Frage: Merkel knapp vor Schulz

Die SPD zieht mit Martin Schulz als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl. Bei der Frage, wen die Deutschen lieber als Regierungschef hätten, liegt er mit 40 Prozent knapp hinter Kanzlerin Merkel (44 Prozent). Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer. …

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5 min
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Video verfügbar bis 27.01.2018, 16:00

In dieser Woche fiel bei der SPD die Entscheidung, dass Martin Schulz als Kanzlerkandidat antreten soll. Bei der Frage, wen die Deutschen nach der Bundestagswahl lieber als Kanzler oder Kanzlerin hätten, wünschen sich 44 Prozent (Jan I: 47 Prozent) Angela Merkel und 40 Prozent (Jan I: 37 Prozent) bevorzugen Martin Schulz (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht"). Von den CDU/CSU-Anhängern sprechen sich 81 Prozent für Merkel aus, der Rückhalt von Schulz bei den SPD-Anhängern fällt mit 71 Prozent etwas geringer aus.

Top Ten: Neueinsteiger Schulz auf Platz zwei

In der Liste der zehn wichtigsten Politiker schaffte es Martin Schulz mit der Note 2,0 aus dem Stand auf den zweiten Platz. Die beste Bewertung erhält weiterhin Frank-Walter Steinmeier, er erreicht einen Durchschnittswert von 2,5 (Jan. I: 2,4) auf der Skala von +5 bis -5. Auf Platz drei kommt Winfried Kretschmann mit 1,9 (Jan. I: 2,0), Angela Merkel mit 1,8 (Jan. I: 1,8) und Wolfgang Schäuble mit 1,7 (Jan. I: 1,7) rutschen jeweils eine Position nach hinten, auf den vierten und fünften Platz.

Martin Schulz

Es folgen Thomas de Maizière mit 1,1 (Jan. I: 1,3), Ursula von der Leyen mit 0,8 (Jan. I: 0,6), Sigmar Gabriel mit 0,7 (Jan. I: 0,7) und Horst Seehofer mit 0,5 (Jan. I: 0,6). Schlusslicht ist erneut Sahra Wagenknecht mit minus 0,4 (Jan. I: minus 0,4). Nicht mehr in den Top Ten vertreten ist Cem Özdemir.

Es folgen Thomas de Maizière mit 1,1 (Jan. I: 1,3), Ursula von der Leyen mit 0,8 (Jan. I: 0,6), Sigmar Gabriel mit 0,7 (Jan. I: 0,7) und Horst Seehofer mit 0,5 (Jan. I: 0,6). Schlusslicht ist erneut Sahra Wagenknecht mit minus 0,4 (Jan. I: minus 0,4).

Projektion: SPD bei 24 Prozent

Martin Schulz als Kanzlerkandidat wirkt sich für die SPD positiv aus. Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, könnte sie mit 24 Prozent (plus drei) deutlich zulegen, bleibt aber weiterhin klar hinter der CDU/CSU, die unverändert auf 36 Prozent käme. Die Linke könnte mit zehn Prozent (plus eins) rechnen, die Grünen mit nur noch acht Prozent (minus zwei) und die FDP unverändert mit sechs Prozent. Die AfD verschlechterte sich auf elf Prozent (minus zwei) und die anderen Parteien zusammen erreichten wie zuletzt fünf Prozent.

Damit gäbe es eine Mehrheit für CDU/CSU und SPD. Von den politisch denkbaren Dreierbündnissen würde es auch reichen für eine Koalition aus CDU/CSU, Grüne und FDP – nicht aber für eine Koalition aus SPD, Linke und Grüne.

AfD: Rechtsextremes Gedankengut weit verbreitet

Höcke.

Nach der heftig kritisierten Rede des Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke ist das Ansehen der AfD mit einem Wert von minus 3,5 auf der Skala von +5 bis -5 auf einen Negativrekord gefallen. Für 44 Prozent der Befragten ist rechtsextremes Gedankengut bei der AfD sehr weit verbreitet, für 38 Prozent weit und für elf Prozent nicht so weit verbreitet. Nur ein Prozent geht davon aus, dass dies gar nicht der Fall ist.

81 Prozent aller Befragten und 46 Prozent der AfD-Anhänger sind der Meinung, dass sich die AfD nicht genug von rechtsextremen Inhalten und Mitgliedern abgrenzt. Lediglich zehn Prozent (AfD-Anhänger: 49 Prozent) sehen hier keine Defizite.

Bundespräsident Gauck: Positive Bilanz

Im März endet die Amtszeit von Joachim Gauck. Für 84 Prozent und Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen war er ein guter Bundespräsident, nur elf Prozent verneinen das.
Wenn Frank-Walter Steinmeier am 12. Februar zum neuen Bundespräsidenten gewählt wird, findet das die Zustimmung von 73 Prozent, 16 Prozent stehen dem ablehnend gegenüber.

Nach Trumps Amtsantritt: Mehr Zusammenhalt in der EU erwünscht

Donald Trump
Donald Trump

Den meisten Deutschen (62 Prozent) macht die Politik des neuen US-Präsidenten große Sorgen, 37 Prozent sehen das nicht so. Zudem befürchten nach Donald Trumps Amtsantritt jetzt 72 Prozent (Jan. I: 55 Prozent), dass sich die deutsch-amerikanischen Beziehungen verschlechtern werden. Lediglich zwei Prozent (Jan. I: zwei Prozent) rechnen mit einer Verbesserung und nur noch 22 Prozent (Jan. I: 39 Prozent) mit kaum veränderten Beziehungen.

Entsprechend ausgeprägt ist der Wunsch nach einem engeren Schulterschluss innerhalb Europas: 88 Prozent meinen, dass die EU-Länder wegen Trumps Politik stärker zusammenhalten sollen, nur 9 Prozent halten das nicht für notwendig. Allerdings glauben nur 51 Prozent, dass es tatsächlich zu einem engeren Zusammenhalt der EU-Länder kommen wird, 39 Prozent bezweifeln das.

Brexit-Verhandlungen: Keine großen Zugeständnisse an Großbritannien

Bei den Verhandlungen mit Großbritannien, die nach dem beschlossenen Brexit demnächst anstehen, wollen die Wenigsten, dass die EU den Briten entgegenkommt. Nur elf Prozent sind dafür, sehr große oder große Zugeständnisse an Großbritannien zu machen, 47 Prozent sprechen sich für nicht so große Zugeständnisse aus und 36 Prozent für überhaupt keine.

Die Umfrage zum Politbarometer ...

... wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 24. bis 26. Januar 2017 bei 1.303 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 40 Prozent, SPD: 29 Prozent, Linke: neun Prozent, Grüne: sieben Prozent, FDP: sechs Prozent, AfD: sieben Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 17. Februar 2017, davor gibt es am 10. Februar noch ein Politbarometer-Extra Nordrhein-Westfalen. Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de

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