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Kramp-Karrenbauer baut Vorsprung auf Merz bei Unions-Anhängern aus

Jens Spahn, Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz auf der CDU-Regionalkonferenz am 15.11.2018 in Lübeck

Politik | Politbarometer - Kramp-Karrenbauer baut Vorsprung auf Merz bei Unions-Anhängern aus

Im Kandidatenrennen um den CDU-Vorsitz hat Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer ihren Vorsprung bei den CDU-Anhängern ausgebaut. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer.

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Die Kandidaten für den CDU-Vorsitz werben zur Zeit auf Regionalkonferenzen um die Gunst der Parteimitglieder und erfahren dabei großes Medieninteresse. Inzwischen ist hier auch ein Trend erkennbar.

Spahn bleibt abgeschlagen

Zwar entscheiden nur die Delegierten des Parteitags, wer an die Spitze der CDU gewählt wird, bei dieser Entscheidung dürfte aber auch die Akzeptanz in der Bevölkerung und vor allem in der Unions-Anhängerschaft eine wesentliche Rolle spielen. Im Vergleich zu vor zwei Wochen kann Annegret Kramp-Karrenbauer bei den Unions-Anhängern mit 38 Prozent (plus drei) ihren Vorsprung auf Friedrich Merz mit 29 Prozent (minus vier) ausbauen.

Jens Spahn bleibt mit nur sechs Prozent (minus eins) deutlich abgeschlagen. Zwölf Prozent der Unions-Anhänger ist es egal, wer CDU-Vorsitzende(r) wird und weitere 15 Prozent können oder wollen diese Frage nicht beantworten.

Glaubwürdig und sympathisch: AKK mit Vorsprung

Die Chancen, beim Wähler für die CDU zu punkten, hängen wesentlich vom Image der jeweiligen Kandidaten ab. Dabei führt Annegret Kramp-Karrenbauer bei den Dimensionen „glaubwürdig“ (30 Prozent) und „sympathisch“ (34 Prozent) klar vor Friedrich Merz mit 16 Prozent bzw. 15 Prozent (kein Unterschied: 31 Prozent bzw. 26 Prozent).

Annegret Kramp-Karrenbauer wird Bürgernähe zugeschrieben.
Annegret Kramp-Karrenbauer wird Bürgernähe zugeschrieben.
Quelle: Gregor Fischer/dpa

Besonders deutlich ist ihr Vorsprung (33 Prozent) aber, wenn es darum geht, wer „eher die Interessen der normalen Bürger vertritt“ (Merz: neun Prozent; kein Unterschied: 28 Prozent). Merz hingegen wird mehr Sachverstand (28 Prozent) zugeschrieben als Kramp-Karrenbauer (16 Prozent; kein Unterschied: 25 Prozent). Jens Spahn liegt bei allen vier Dimensionen des Profils deutlich abgeschlagen auf Platz drei (mit Werten jeweils zwischen fünf Prozent und acht Prozent).

Neue Köpfe in den Top Ten

Die Ergebnisse der Landtagswahlen und die davon ausgelösten personellen Entwicklungen haben auch Auswirkungen auf die Top Ten. So werden inzwischen einer der Vorsitzenden der Grünen, Robert Habeck, sowie die Bewerber um den CDU-Vorsitz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz, von den Befragten zu den zehn wichtigsten Politikern/innen gerechnet. Ausgeschieden sind hingegen Sahra Wagenknecht, Ursula von der Leyen und Markus Söder.

Die beste Bewertung der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker erhält weiterhin Wolfgang Schäuble. Er erreicht auf der Skala von +5 bis -5 einen unveränderten Durchschnittswert von 1,8. Neu auf Platz zwei mit 1,5 liegt Robert Habeck, den aber eine Mehrheit (59%) nicht gut genug kennt, um ihn zu bewerten. Danach folgen Angela Merkel mit 1,1 (Nov.I: 1,2), Olaf Scholz mit 1,0 (Nov.I: 0,9), Annegret Kramp-Karrenbauer ebenfalls mit 1,0, Heiko Maas mit unveränderten 0,5, Christian Lindner mit 0,4 (Nov.I: 0,1) und Friedrich Merz mit 0,3. Weiter im Negativbereich befinden sich Andrea Nahles mit unveränderten minus 0,3 und Horst Seehofer, der trotz verbesserter minus 1,3 (Nov.I: minus 1,7) Schlusslicht bleibt.

AfD legt in der Projektion zu

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 27 Prozent und die SPD auf 14 Prozent, was beides unverändert die niedrigsten bisherigen Projektionswerte im Politbarometer sind. Weiter auf hohem Niveau blieben die Grünen mit unveränderten 22 Prozent.

Die AfD könnte wieder auf 16 Prozent zulegen (plus zwei). Die FDP käme auf acht Prozent (minus eins), die Linke auf unveränderte neun Prozent und die anderen Parteien zusammen auf vier Prozent (minus eins). Damit hätte eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen eine denkbar knappe parlamentarische Mehrheit.

SPD-Anhänger: linke Positionen ausbauen

Die anhaltende Schwäche der SPD führt immer wieder zu Diskussionen über die programmatische Orientierung der Sozialdemokraten. Dass linke Positionen in der SPD zukünftig eine größere Rolle spielen sollen, meinen 45 Prozent aller Befragten und sogar 61 Prozent der SPD-Anhänger.

Dass sich da programmatisch nicht viel ändern sollte, sagen 23 Prozent beziehungsweise 22 Prozent. Und 22 Prozent aller Befragten sowie 13 Prozent der SPD-Anhänger meinen, dass linke Positionen zukünftig von geringerer Bedeutung sein sollten.

Jeder Zweite wünscht grundlegende Änderungen bei Hartz IV

In der Programmdiskussion der SPD geht es seit Jahren auch um die Agenda 2010 und Hartz IV. 49 Prozent aller Befragten sind der Meinung, dass bei Hartz IV grundlegende Änderungen notwendig sind, 34 Prozent halten kleinere Änderungen für ausreichend und elf Prozent sprechen sich gegen jede Veränderung aus.

Flaggen von Großbritannien und der EU
Flaggen von Großbritannien und der EU
Quelle: dpa

Dass Großbritannien aus der EU ausscheidet, halten nur 15 Prozent für die EU langfristig eher für gut, 70 Prozent halten das eher für schlecht. Allerdings befürchten nur 23 Prozent, dass der Brexit Deutschland wirtschaftlich (sehr) stark schadet, 70 Prozent glauben das nicht.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 20. bis 22. November 2018 bei 1.336 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei werden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 29 Prozent, SPD: 15 Prozent, AfD: elf Prozent, FDP: sieben Prozent, Linke: neun Prozent, Grüne: 25 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 14. Dezember 2018. Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de.

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