Andrea Boldt, Projekt Dorfladen

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Politik | Wahlen im ZDF - Andrea Boldt, Projekt Dorfladen

Ein eigener Dorfladen – das war die Idee von Andrea Boldt und ihren Mitstreitern. Doch wie geht so was? Wer kümmert sich, wer hilft? Gibt es Fördermittel und welche Behörden sind überhaupt zuständig?

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 07.08.2018, 16:00

Als vor drei Jahren der kleine Supermarkt in ihrem Dorf Bernitt in Mecklenburg zugemacht wird, ist für Andrea Boldt klar: es muss sich etwas ändern: „Wenn der Laden weg ist, wenn die Ärzte weg sind, dann macht vielleicht noch die Schule zu und dann ist irgendwann nichts mehr im Dorf. So wie es vielen Dörfern geht. Und das ist schade.“

Auch Bernitt leidet unter der Landflucht. Viele Menschen ziehen weg, vor allem die jüngeren, nur wenige kommen dazu. Der Dorfladen ist für alle da: Es gibt Internet für jedermann, eine Paketannahme und – den Mittagstisch. Wo sich heute das Dorf trifft, war früher die Heimatstube von Bernitt, noch früher die LPG.

Eigeninitiative ergreifen

Drei Mitarbeiter schmeißen den Laden. Das Projekt war im Ort umstritten. Ein Dorfladen? Lohnt sich das überhaupt? „Dann haben wir angefangen, samstags durch den Ort zu gehen und haben geklingelt“, erzählt Andrea: „Ein paar Leute sind gleich darauf eingestiegen und haben das Geld gegeben für die Genossenschaft. Andere haben gesagt: alles Quatsch.“ Nach einem dreiviertel Jahr läuft es, und die Dorfbewohner sagen: Hätten wir nie gedacht.

Vor 20 Jahren zog die Mecklenburgerin aus Schwerin aufs Land und hat es bis heute nicht bereut. Ein kleiner Bauernhof, drei Kinder, ein Hund, Rinder, Schafe, Hühner – so lebt die Mecklenburgerin. „Das große Geld verdient man natürlich nicht“, sagt Andrea Boldt: „Aber uns reicht das hier. Wir freuen uns an den Sachen, die da sind. Ich freue mich, dass die Kinder hier schön aufwachsen, ohne viele Computerspiele, in der Natur. Was uns hier fehlt ist ein Sportverein.“

Mit anpacken

Und was sie manchmal richtig nervt, ist die schlechte Stimmung, die ihr oft entgegenschlägt, die Meckerei, der Pessimismus. „Es gibt so eine Unzufriedenheit der Menschen, das stört mich“, sagt Andrea: „Wir haben Fördergelder bekommen. Da gibt es bestimmt auch Fördergelder für ein Projekt, bei dem auf diese Leute eingegangen wird. Aber es muss immer einen geben, der das tut.“ Andrea Boldt hat etwas getan, hat angepackt und aufgebaut: für sich, ihre Familie und die Zukunft von Bernitt.

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