Cornelia Roßdeutscher, Landärztin

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Politik | Wahlen im ZDF - Cornelia Roßdeutscher, Landärztin

Hausbesuche sind für Landärztin Cornelia Roßdeutscher einfach selbstverständlich. Patienten länger begleiten, ein Teil ihres Lebens sein, diese Nähe schätzt die Medizinerin an ihrem Job.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.05.2018, 09:00

„Man hat viel Verantwortung, man hat viel zu tun. Aber man ist eben auch selber Chef und kann doch viel mehr regeln als in der Klinik“, findet Cornelia Roßdeutscher. Während immer weniger Ärzte aufs Land wollen, hat sie sich ganz bewusst dafür entschieden. Gut zehn Jahre hatte sie vorher in einer Klinik gearbeitet. Sie ist froh, dass das vorbei ist, sagt sie, weil: „dort Betriebswirte das ganze Geschehen leiten und Chefärzte teilweise, so war es meine Erfahrung, antreten müssen wie kleine dumme Jungs und sich rechtfertigen müssen, warum da vielleicht 20 Patienten weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahres da waren. Und da sage ich, na vielleicht einfach, weil 20 weniger krank waren.“

Heute kümmert die Landärztin sich mehr um Patienten als um Papier in ihrer Praxis in Droyßig. Doch auch hier gehört Rechnen zum Job. Dass sie aus Budgetgründen manche Dinge nicht verschreiben kann, ärgert sie. Trotzdem, sagt Cornelia Roßdeutscher, das deutsche Gesundheitssystem funktioniert schon. Vieles sei auch Klagen auf hohem Niveau. Ihre Patienten jedenfalls sind froh, dass es hier in Droyßig einen Allgemeinarzt gibt. Schwierig allerdings wird’s mit Terminen bei Fachärzten. Doch auch in ihrer Praxis werden keine neuen Patienten mehr aufgenommen.

Ihr Anliegen

Mehr staatliche Steuerung, das wünscht sich Cornelia Roßdeutscher, mehr Orientierung am tatsächlichen Bedarf. Um junge Ärzte aufs Land zu bringen, reichen einzelne Pilotprojekte nicht, findet sie, es sollte mehr Förderung geben: „Dass man eben einen Anreiz gibt, wirklich in strukturschwachen Gegenden einfach Geld in die Hand zu nehmen, und zu sagen, hier bitte, lass dich nieder. Wir zahlen dir vielleicht auch mehr, als du unter Umständen in der Klinik oder so kriegen würdest.“ Und vielleicht müsste auch manche Überregulierung gestrichen werden.

Außerhalb der Sprechstunde muss Cornelia Roßdeutscher drei Tage die Woche bis abends erreichbar sein, und zwar unentgeltlich. Doch sie will jedenfalls dort bleiben. Ihr Mann ist Pfarrer in Droyßig, die Arbeitswege für beide keine Minute lang. Und die Ärztin weiß, auf dem Land wird sie wirklich gebraucht.

Ein Film von Daniela Sonntag

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