Franziska Löffler, Sozialarbeiterin

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Politik | Wahlen im ZDF - Franziska Löffler, Sozialarbeiterin

Kinderarmut, das treibt Franziska Löffler jeden Tag bei ihrer Arbeit um. Die Sozialarbeiterin aus Potsdam koordiniert ein Projekt, das mit kostenlosem Frühstück vor Schulbeginn in sozial-schwachen Gebieten Kinderarmut lindern soll.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.07.2018, 10:00

Seit zehn Jahren gibt es das Projekt "Spirelli-Bande" der Arbeitswohlfahrt jetzt schon. Damals erzählten Schulleiter und Lehrer unter Tränen, so Franziska Löffler, dass Kinder ohne Frühstück zur Schule kommen, am Unterricht nicht richtig teilnehmen könnten und auch weinten, weil sie Hunger hätte. Und wer Hunger hat, der kann auch nicht lernen. Chancengleichheit fängt eben schon bei solchen Dingen an. Bei manchen Schülern gibt morgens nur eingeschweißte Süßigkeiten, andere kamen mit verschimmelten Brotdosen, Cola oder Chips. Und manche müssen sich komplett selbst kümmern. Jedes Kind hat seine ganz eigene Geschichte, warum es morgens zum Frühstücken kommt.

Mehr Pädagogen wäre ein Anfang

Franziska Löffler ist selbst alleinerziehend. Sie weiß, Armut trifft oft Familien, wo ein Elternteil für mehrere Kinder sorgen muss. Manche sind damit einfach überfordert. Die Fahrt zur nächsten Schule führt durch Plattenbausiedlungen. Früher hat sie als Sozialarbeiterin Familien betreut. Sie kennt die Probleme dieser Viertel. Da blieben manchmal die Kinder links liegen. Politik muss viel mehr hinschauen, meint sie: "Wenn wir mehr Pädagogen hätten in einer Klasse könnte man viel mehr erreiche, Leute die nach ihnen gucken."

Beim Stadtfest in Potsdam betreut die 35-jährige Franziska Löffler einen Stand der Arbeiterwohlfahrt. Ihr Sohn Wanja ist auch dabei. Es geht um Kinderarmut und was dagegen tun? Da steht die Lösung: Umverteilung von Geldern. Und: arme Kinder dürfen nicht mehr arm sein. In Deutschland sagt man: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Das schaffen nur ganz wenige, musste sie in ihrem Beruf erfahren.

Bisher bieten acht Schulen in Potsdam ein kostenfreies Frühstück an. Es wird von der Arbeiterwohlfahrt finanziert, größtenteils durch Spenden. Sie will, dass es noch mehr Schulen werden. Denn da draußen gibt es noch Kinder, die jetzt kein Frühstück haben. Wer soll so schaffen, auf der Armut raus zu kommen? Es reicht auf keinen Fall Projekte aufzulegen, sie nach ein paar Jahren wieder verschwinden, wie es heute üblich sei. Von der Politik fordert sie kostenlose Schulverpflegung für alle: "Es ist bei weitem nicht so teuer kostenlose Schulversorgung anzubieten, als später Menschen dazuhaben, die gar kein Rhythmus mehr haben." Sie hofft, dass die Politik ein deutliches Zeichen setzt.

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