Markus Okuesa, Förderschullehrer und Musiker

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Politik | Wahlen im ZDF - Markus Okuesa, Förderschullehrer und Musiker

Markus Okuesa ist Lehrer an einer Förderschule im saarländischen Blieskastel. Er hat Sonderpädagogik studiert, unterrichtet Kinder, die Lernschwierigkeiten haben, Verhaltensprobleme oder beides. Sein Ziel: Ihnen Freude, Mut und Selbstbewusstsein …

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 13.07.2018, 00:00

Denn, so Okuesa, „die meisten von den Kindern hier sind schon irgendwo durchgefallen, die sind schon irgendwo nicht mitbekommen, rausgeflogen, aus verschiedenen Gründen“. Seine Schüler sagen nicht „Herr Okuesa“, nein, sie nennen ihn lieber „Oku“. Ein witziger Lehrer sei er, meinen seine Schüler und vor allem „cool“.

Inklusion nicht zu Ende gedacht

Oku ist ein Befürworter der Inklusion. Doch noch sei das Konzept weit vom Funktionieren entfernt, möglichst alle Kinder an Regelschulen zu unterrichten - ob mit oder ohne Lernschwierigkeiten, mit oder ohne Handicap. Ein Aus der Förderschule kann und will er sich nicht vorstellen. Denn für manche Kinder sei die Förderschule sicherer, ein Ort, wo sie sich verstanden fühlen und auch in Ruhe, vielleicht mit mehr Ruhe lernen können.“

Das Konzept der Inklusion, meint Oku, sei in erster Linie ein politischer Beschluss, doch nicht richtig zu Ende gedacht. Vor allem fehle es an finanziellen Mitteln. Dreimal die Woche fährt er zu einer Gemeinschaftsschule in der Nachbarstadt, kümmert sich dort für ein paar Stunden um Schüler mit Lernschwäche. Sein Fazit bislang: Die Schulen seinen auf die Inklusion nicht vorbereitet, die Rahmenbedingungen noch nicht soweit, dass man von erfolgreicher Inklusion sprechen könne.

„Ich bin irgendwo zwischendrin“

Markus Okuesa, Förderschullehrer und Musiker
Markus Okuesa, Förderschullehrer und Musiker Quelle: ZDF

Szenenwechsel. Die Reggaerockers und ihr Frontmann Oku in Aktion. Seine Mutter stammte aus dem Saarland, sein Vater aus Nigeria. Dort ist er aufgewachsen. Mit 20 kam er zum Studieren nach Deutschland, bis dahin kannte das Land nur von Besuchen bei den Großeltern. Von seinem Weg der Integration, vom Finden einer zweiten Heimat, erzählt der Song „Meine Roots“.

In der zweiten Heimat kam Oku auch noch zum Trainer-Job. Fußball-Training beim SV Kirrberg. Der Verein hatte niemanden für die Jüngsten. Doch Okus Sohn und seine Kumpels wollten kicken - und Papa hatte doch auch Sport studiert. So kam Oku samt Familie in den örtlichen Sportverein. Irgendwie ganz typisch Deutsch, meint Oku: „„Interessant ist halt, dass ich in Nigeria viele deutsche Merkmale gezeigt habe. Oder für die Leute dort erkenntlich waren. Und wenn ich hier bin, ist es so, dass die Leute kaum Deutsches an mir erkennen und sagen, typisch afrikanisch halt. Also scheinbar bin ich doch irgendwo zwischendrin.“

Beides eben – oder so wie seine beiden Bands. Anders als die good vibrations und Partystimmung der „Reggaerockers“, klingt sein zweites Bandprojekt OQmansolo, nachdenklicher, ernster, auch mal politischer. Er spielt bei Festivals wie „Rock gegen Rechts“. Spricht über Rassismus, Flüchtlinge, Chancen, aber auch Hürden der Integration, Hoffnungen, Ängste. Die großen Botschaften, sagt Oku, seien nicht sein Ding. Mitnehmen möchte er die Leute, mit seinen Möglichkeiten, ob als Lehrer oder Musiker.

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