Michael Grolm, Öko-Imker

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Politik | Wahlen im ZDF - Michael Grolm, Öko-Imker

Michael Grolm ist in Thüringen Berufsimker und Bauernaktivist. Seit Jahren engagiert er sich für eine andere Agrarpolitik – eine, die Mensch und Natur wieder in Einklang bringt.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.05.2018, 09:00

Seinen Sohn Malte hat der Imker immer mit dabei. Er sei in die Landwirtschaft gegangen, weil er da sehe, wie seine Kinder aufwachsen, sagt Michael Grolm. Chemie auf dem Acker und Gentechnik in den Pflanzen, dagegen setzt sich der Naturliebhaber entschieden zur Wehr.

Die Natur schützen

Dass so viele Bienenvölker sterben, ist für Michael Grolm auch eine Folge des Unkrautvernichters Glyphosat. „Man kippt das auf den Acker, und alles geht kaputt,  außer der Kulturpflanze. Das heißt es, gibt keine Vielfalt mehr auf dem Acker. Die Arten, die von den Blühpflanzen abhängen, verschwinden. Die Vögel haben nichts zu fressen, und verschwinden. Die ganze Kette kommt zum Erliegen“, erklärt der Imker: „Das ist wirklich ein Riesenproblem. Wenn man dann das Glyphosat in den Urinaten der Großstädte findet, da muss man als Politiker sich doch irgendwie mal überlegen, dass das irgendwas mit dem Menschen macht.“

Im  August 2009 ging Michael Grolm für seine Überzeugung sogar ins Gefängnis. Jahre zuvor hatte Grolm die bundesweite Initiative ‚Gendreck weg‘ gegründet und sogenannte Feldbefreiungen koordiniert. Dabei stürmten die Aktivisten Versuchsfelder für Genmais und zerstörten die Pflanzen. Grolm mittendrin, trotz einstweiliger Verfügung. Die Strafe 1.000 Euro. Grolm wollte nicht zahlen und ließ sich in Beugehaft nehmen. Vier Wochen musste er im Gefängnis bleiben, bis heute ist das Verfahren nicht abgeschlossen.

Seine Forderungen

Neben der Imkerei gibt Michael Grolm Kurse im Obstbaumschnitt, schreibt Bücher darüber. Die Politik müsse besser helfen, solche Schätze für die nächste Generation zu erhalten, findet Michael Grolm. Bei Tonndorf  pflanzt er gerade eines der deutschlandweit ersten Agro-Forst-Projekte. Auf dem Feld wächst Weizen, mittendrin Bäume. Aber nicht irgendwelche, wie Grolm erklärt: „Erst schützt der Walnussbaum den Weizen, bricht Wind und holt Nährstoffe herauf. Später kann auch das Holz geerntet werden. Ökologie und Ökonomie verbinden, dahin sollten aus Grolms Sicht Fördergelder fließen. Am besten in Kleinteiliges, Regionales.“

Der Imker hat mit anderen Bauern gemeinsam einen Erzeugerladen in Erfurt  gegründet. Blanke Notwehr, denn nur so bestimmten die Bauern die Preise, nicht die Großhändler, meint Grolm: „Wenn die Landwirtschaft nur Preisnehmerin ist, dann kann sie nur um Kosten zu sparen rationalisieren. Wir müssen dahin kommen, dass die Landwirtschaft wieder Preisgeber ist, und dass dann auch der Stolz der Produzenten wieder da ist.“ Imker Michael Grolm jedenfalls ist stolz auf seinen Berufsstand, und kämpft weiter um mehr Unterstützung aus Berlin.

Ein Film von Daniela Sonntag

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