Severin Jaacks, Oberstabsfeldwebel

Politik | Wahlen im ZDF - Severin Jaacks, Oberstabsfeldwebel

Für Oberstabsfeldwebel Severin Jaacks gehört beides zum Alltag, die ländliche Idylle Schleswig-Holsteins und einer der größten Auslandseinsätze der Bundeswehr in Afghanistan. Der Pionier und Fallschirmspringer war in fast allen Außenmissionen.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.05.2018, 09:00

Severin Jaacks hat dabei viel Leid und Tod gesehen. Bilder, mit denen jeder Soldat auf seine Weise umgeht. „Die Leute verlieren natürlich durch bestimmte Situationen sehr schnell die Freude“, sagt Severin Jaacks: „Doch man muss den Sprung schaffen zur Normalität. Es ist ganz wichtig für die Seele, dass man Spaß hat, dass man Freude hat. Trotz schlimmer Ereignisse, die wir erleben mussten, ist es ganz wichtig, Ausgleich zu schaffen. Ansonsten verzweifelt man nur.“ 

Inzwischen ist Severin Jaacks Kompaniefeldwebel in einer Sanitätseinheit. Zusammen mit einer Ärztin kümmert er sich um die Ausbildung des Sanitäter-Nachwuchses. Drei Standorte im Norden musste er schon verlassen. Die Umstrukturierung der Bundeswehr fordert ihre Opfer. Viele kleinere Kasernen sind dabei auf der Strecke geblieben. Einen wirtschaftlichen Bankrott würde das für die betroffenen Regionen heutzutage zwar nicht mehr bedeuten, meint der Soldat, aber schade um die Verbindungen sei es trotzdem.

Sein Anliegen

Die Sanitätskompanie von Severin Jaacks stellt durchgehend Soldaten für die Auslandseinsätze der Bundeswehr. Aber den nötigen Rückhalt und auch Respekt in der Zivilbevölkerung für diese Missionen, vermisst er oft. „Als ich Anfang 2000 das erste Mal im Einsatz war, bin ich nach der Rückkehr eigentlich nur gefragt worden: Warum gehst Du da überhaupt hin?“, erzählt Severin Jaacks: „Ich habe im Laufe der Zeit gemerkt, dass das auch viele Soldaten belastet. Diese Frage wird mit Sicherheit keinem Polizisten und keinem Feuerwehrmann gestellt: Warum gehst Du in dieses brennende Haus rein, oder warum stellst Du Dich dieser Demonstration?“

In den Gesprächen am Truppenplatz und am Abend in seiner Freizeit diskutiert Severin Jaacks derzeit viel über den Zustand der Bundeswehr. Klar wird er auch auf den Soldaten angesprochen, der sich als syrischer Flüchtling getarnt hatte. „Das macht einen schon sehr betroffen“, sagt Jaacks: „Gerade bei meiner Dienstzeit ist das für mich nach 27 Jahren erstmalig, dass ich gehört habe, dass so etwas überhaupt möglich ist.“

Eine hohe Belastung

Solche Querschläger in der Truppe ärgern ihn. Dafür hat Severin Jaacks zu viele persönliche Opfer gebracht, vor allem im Ausland. Dabei werde man gewisse Bilder nicht mehr los, sagt er. Manchmal sei das Erlebte einfach zu massiv, um einfach wieder weitermachen zu können. Ein normales Leben sei danach oft gar nicht mehr möglich. Viel Zeit für die Familie und viele Gespräche mit den Kameraden haben ihm geholfen. Helfen ihm noch heute. Denn wenn Severin Jaacks eines auf seinen Auslandseinsätzen gelernt hat, dann ist es, ruhig zu bleiben. So konnte er schon lebensgefährliche Situationen meistern.

Ein Film von Sven Rieken

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