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Der Weg zur Einheit

Elf Monate vom Mauerfall zur Wiedervereinigung

"Das tritt nach meiner Kenntnis ... ist das sofort, unverzüglich." Mit diesen Worten zum neuen Reisegesetz der DDR stieß SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski bei der inzwischen legendären Pressekonferenz am 9. November 1989 einen Prozess an, der die kühnsten Erwartungen übertraf: Grenzöffnung, Mauerfall und elf Monate später, am 3. Oktober 1990, schließlich die Wiedervereinigung.

Nach der Massenflucht von DDR-Bürgern im Sommer 1989, den Bürgerprotesten im Herbst und dem Fall der Berliner Mauer hatten sich schlagartig die Möglichkeiten zur Wiedervereinigung verändert. Doch zur Auflösung des Status quo der beiden deutschen Staaten war mehr nötig als eine friedliche Revolution: die Bereitschaft der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges den Weg für die Wiedervereinigung Deutschlands frei zu machen.

Die symbolträchtige Öffnung des Brandenburger Tores im Dezember 1989, die Stürmung der Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße im Januar 1990, die ersten und einzigen freien Volkskammerwahlen im März, die Währungsunion im Juli und schließlich die Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrages im September 1990 - das sind die wichtigsten Wegmarken zur Wiedervereinigung. "Der Weg zur Einheit" zeigt sie.

"Wir sind EIN Volk!"

Am 30. September 1989 verkündete der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher vom Balkon der Bonner Botschaft in Prag die Ausreisegenehmigung für Tausende DDR-Flüchtlinge, die seit dem Sommer dort Zuflucht gesucht hatten. Es war ein Meilenstein auf dem Weg zur Wiedervereinigung. Und es war der Anfang vom Ende der DDR. Der 40. Jahrestag der DDR am 7. Oktober 1989 stand ganz im Zeichen des Bürgerprotests, vier Wochen später fiel die Mauer.


Immer mehr Menschen in der DDR forderten nach dem Fall der Berliner Mauer die Wiedervereinigung. Die damalige Bundesregierung unter Helmut Kohl legte dazu bereits Ende November 1989 ein Zehn-Punkte-Programm vor. Punkt 10: Die Deutsche Einheit. Die Volkskammerwahl vom 18. März 1990 wurde dann schließlich nicht nur durch die Diskussion über die Errichtung der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen den beiden deutschen Staaten bestimmt, sondern stand insgesamt bereits stark unter dem Einfluss westdeutscher Parteien und Politiker. Das beschleunigte vor dem Hintergrund des Zehn-Punkte-Programms den Einigungsprozess.

Zwei plus Vier macht Eins


Die Planungen für eine deutsche Wiedervereinigung stießen im Ausland jedoch auf große Skepsis. Zu groß waren die Vorurteile und Ängste der anderen Staaten. Und bei der sogenannten Deutschen Frage hatten die vier Siegermächte ein gewichtiges Wort mitzureden. Dennoch: Die Bundesregierung setzte nicht nur die Wiedervereinigung durch. Das geeinte Deutschland wurde auch vollständig souverän und Mitglied der NATO. Zu Zeiten des Kalten Krieges hätte das noch niemand auch nur zu denken gewagt.

Der im September 1990 abgeschlossene Zwei-plus-Vier-Vertrag zwischen den beiden deutschen Staaten und den vier Siegermächten des Zweiten Weltkrieges stellte dann die endgültige innere und äußere Souveränität des vereinten Deutschlands her.

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