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Die Macht der Stasi

Jagd auf einen Staatsfeind

ZDFinfo - Die Macht der Stasi

1964 flüchtete Wolfgang Welsch aus der DDR, wurde festgenommen und lernte in 7 Jahren Haft sechs DDR-Gefängnisse kennen. Nach seinem Freikauf in den Westen verhalf er über 200 DDR-Bürgern zur Flucht.

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.11.2017, 17:20
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2015
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

1964 versuchte der damals 20-jährige Wolfgang Welsch, die DDR zu verlassen, wurde an der Grenze festgenommen und lernte anschließend in sieben Jahren Haft sechs DDR-Gefängnisse kennen. Nach seinem Freikauf in den Westen 1971 verhalf er bis 1984 über 200 DDR-Bürgern zur Flucht. Die ZDFinfo-Dokumentation "Die Macht der Stasi – Jagd auf einen Staatsfeind" schildert, wie die Staatssicherheit der DDR im Operativen Vorgang "Skorpion" die Ermordung von Wolfgang Welsch plante. Dieser überlebte mehrere Mordanschläge, unter anderen einen Vergiftungsversuch in Israel.

Wolfgang Welsch ist 1964 gerade 20 Jahre alt, als er die Flucht aus der DDR
versucht. Er wird festgenommen und ins Stasi-Gefängnis nach Schwerin gebracht, von dort aus nach Berlin-Pankow.

"Gefangener des Jahres"

Vier Monate später wird er zu zwei Jahren Haft verurteilt und ins Gefängnis Rummelsburg überstellt. Ein weiterer Prozess folgt, der Vorwurf lautet "Spionage für den CIA". 1967 soll Welsch freigekauft werden.

Er lehnt jedoch ab, denn er will in der DDR Widerstand leisten, einen DDR-kritischen Film drehen. Ende 1967 wird er erneut festgenommen und im Juli 1968 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Ein freigekaufter Mitgefangener setzt sich bei Amnesty International für ihn ein, Welsch wird "Gefangener des Jahres", erhält erneut ein Freikauf-Angebot und kann im März 1971 die gehasste DDR verlassen. In der Bundesrepublik betätigt er sich als Fluchthelfer, nun macht die Stasi "Jagd" auf ihn. Der IM Peter Haack wird auf ihn angesetzt. Zwei Mordversuche misslingen, einen dritten überlebt Welsch nur knapp.

Der inzwischen promovierter Politologe erzählt seine Geschichte in dem Film von Angelika Schmidt-Biesalski an den Original-Schauplätzen. Dazu kommen zwei ehemalige Stasi-Offiziere und der letzte stellvertretende Gefängnisleiter von Bautzen I zu Wort. Zudem führt Wolfgang Welsch Gespräche mit Roland Jahn, dem Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes, und mit Silke Klewin, Leiterin der Gedenkstätte Bautzen. Wolfgang Welsch hat seine Lebensgeschichte in dem mittlerweile in der neunten Auflage vorliegenden Buch "Ich war Staatsfeind Nr. 1 – Als Fluchthelfer auf der Todesliste der Stasi" veröffentlicht.

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