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Die Osmanen

Geschichte eines Imperiums

Die Dokumentation schildert den Aufstieg und Niedergang des Osmanischen Reiches. Von seiner schillernden Hauptstadt Konstantinopel aus beherrschte es weite Gebiete Europas, Nordafrikas und des arabischen Raums und brach dennoch binnen weniger Jahrzehnte zusammen.

Intensiv widmet sich Rageh Omaar der Frage, weshalb das Osmanische Reich inzwischen aus den gängigen Überlieferungen der europäischen Historie weitgehend entfernt wurde. Zudem legt er die engen Zusammenhänge zwischen Vergangenheit und drängenden weltpolitischen Problemen der Gegenwart offen: Palästina, Israel, Irak, Libyen, Syrien, Ägypten, Bosnien und Kosovo – die Entstehung manch eines diplomatischen Konfliktherdes ließe sich ohne fundierte Kenntnisse der osmanischen Geschichte kaum verstehen.

Aufstieg und Fall

Im zweiten Teil der Dokumentation setzt Rageh Omaar seine faszinierende Reise entlang der vom Osmanischen Reich hinterlassenen Spuren fort. Dieses Mal erforscht er die Regierungszeiten zweier Sultane, deren Herrschaftsphasen sich kaum unterschiedlicher hätten gestalten können. So wird die Regentschaft Süleymans des Prächtigen, der die Entwicklungen des Halbmond-Imperiums im 16. Jahrhundert während einer goldenen Ära lenkte, jener Abdülhamids II. gegenübergestellt. Unter dessen Verantwortung sank das Reich in der Wahrnehmung der Weltöffentlichkeit zum „kranken Mann am Bosporus“ herab. Die Schilderung des Erblühens und Verwelkens eines im Herzen des europäischen Kontinents fest verankerten muslimischen Staatswesens bleibt dabei aber keineswegs auf eine reine Geschichtsstunde beschränkt. Omaar schlägt stattdessen geschickt eine Brücke in die Gegenwart und enthüllt, inwiefern das ottomanische Erbe die aktuelle Rolle des Islams innerhalb Europas noch immer stark beeinflusst.

Auswirkungen bis in die Gegenwart

In der letzten Episode wird erklärt, wie der im Sog des Ersten Weltkrieges erfolgte Kollaps der einstigen muslimischen Großmacht Probleme aufwarf, die bis zum heutigen Tage Auswirkungen in Europa und dem Nahen Osten haben. Einige der blutigsten Konflikte und Kämpfe der Gegenwart resultieren in gewisser Weise aus der Gewalttätigkeit und Brutalität, die mit dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches einhergingen. Das Zentrum des früheren muslimischen Imperiums durchlief eine dramatische soziale Umwälzung, maßgeblich angestoßen von dem Militärkommandeur Mustafa Kemal Atatürk. Doch warum drängt der Osmanismus verstärkt zurück auf die heutige politische Agenda? Weshalb erhoffen sich viele westliche Politiker von der Türkei eine Vorbildfunktion im Sinne einer islamischen Demokratie moderner Prägung? Auf diese und etliche weitere Fragen liefert die Dokumentation fachkundige und aufschlussreiche Antworten.

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