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Die Wahrheit über den Holocaust

Achtteilige Geschichtsreihe in ZDFinfo

Das Konzentrationslager Auschwitz gilt als Inbegriff für die Vernichtung der europäischen Juden – die Befreiung am 27. Januar 1945 entsprechend als Ereignis mit besonders eindringlichem Erinnerungswert. 70 Jahre danach wollen allerdings viele Menschen aus Deutschland, Frankreich und Israel nichts mehr von damals hören. Ein Großteil der jungen Leute weiß heute nicht mehr Bescheid über die historischen Hintergründe des Völkermords an den Juden. Dies ist die Herausforderung, eine neue globale Geschichte zu erzählen – mit internationalen Perspektiven.

Die letzten Zeitzeugen sterben, bald bleiben nur noch Denkmäler, Gedenktage und Stolpersteine: Dann könnte der Holocaust zum Ritual erstarren, das pflichtschuldig erledigt wird. An diesem Punkt setzt die achtteilige Reihe „Die Wahrheit über den Holocaust“ an. Dabei geht es weniger um das Warum als um das Wie. Wie konnte es passieren, dass sechs Millionen Juden vor den Augen der Welt ermordet wurden?

Das Wie lenkt den Blick auf die Abläufe. Die Chronologie, der Apparat wird sichtbar, der die Vernichtung ermöglichte. Auch die Mitarbeiter des Apparats, die Täter, rücken in den Blick. Ein Muster wird deutlich, das mit der Verhöhnung und Bedrohung von Juden beginnt und weiter über Diskriminierung und Ausgrenzung zur systematischen Ausplünderung führt, bis es mit Verfolgung, Inhaftierung und Mord endet. Eine wahnsinnige Idee, die mit Kalkül propagiert wird, trifft auf eine Bürokratie, die sie ohne jeden Skrupel bis ins Detail umsetzt.

Bisher unbekannte Einblicke

In der Filmreihe schildern über 60 Historiker, Autoren und Zeitzeugen, wie der Holocaust heute wahrgenommen wird. Ian Kershaw, Serge und Beate Klarsfeld, Saul Friedländer, Daniel Mendelsohn, Christopher Browning, Ben Ferencz, Yoram Kaniuk Susanne Heim, Hans Mommsen, Aharon Appelfeld, Tom Segev, Amos Oz, David Grossman, Steven Spielberg, Georg Stephan Troller, David Cesarani, Dina Porat, Susanne Heim, Jan T. Gross und andere geben ihre Einschätzung. In einem vielstimmigen Chor wird so ein ergreifender geschichtlicher Bogen über fast 100 Jahre bis ins Heute geschlagen. Dabei werden etablierte Meinungen hinterfragt, wenn erklärt wird, dass es eben nicht die „Banalität des Bösen“ von gehorchenden Bürokraten war, die Hannah Arendt im Eichmann-Prozess zu erkennen glaubte, sondern ein hochkomplexes System mit zahllosen Initiatoren, Tätern und Mitwissern.

Die internationale Koproduktion erzählt die Geschichte der Vernichtung der Juden in Europa entsprechend umfassend und multiperspektivisch. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs bieten die erst dadurch zugänglichen osteuropäischen Archive neue Erkenntnisse der Forschung wie auch bisher unveröffentlichte Bildquellen. Filme und Fotos auch aus unveröffentlichten, privaten Quellen kommen hinzu, ebenso wie dienstliche und private Dokumente aus der Zeit. Ergänzt werden diese Materialien durch weltweite Neudrehs an den zurückgelassenen Orten der Vernichtung, an den Orten eines neuen Lebens und des Umgangs mit der Geschichte – von Museen bis zu Demonstrationen KZ-Überlebender in Israel für die Anerkennung einer Rente.

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