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Geheimakte Mauerbau

Die Nacht der Entscheidung

Jetzt freigegebene Akten aus dem russischen Staatsarchiv für Zeitgeschichte in Moskau geben Antworten auf offene Fragen und werfen ein neues Licht auf die Geschichte des Mauerbaus.

Vor 50 Jahren, in den frühen Morgenstunden des 13. August 1961, begann der Bau jenes menschenverachtenden Monstrums aus Stahl, Stacheldraht und Beton, das nicht nur eine Stadt teilte, sondern auch zum Sinnbild für die Spaltung Deutschlands, Europas und der Welt wurde: die Berliner Mauer.

Wie es zum Mauerbau kam

Menschen demonstrieren 1961 gegen den Mauerbau
Demonstranten protestieren gegen die Absperrung des sowjetischen Sektors Quelle: dpa

Sie trennte Familien und Freunde, kostete viele Menschen das Leben, die der SED-Diktatur entfliehen wollten. Sie einte allein in der Hoffnung, dass sie eines Tages wieder eingerissen wird. Was ging dem Mauerbau voraus? Wie kam es wirklich zur Sperrung der Sektorengrenze in der "Frontstadt" des Kalten Krieges. Wer gab den Befehl, wer trug die Verantwortung? War es DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht, dem das eigene Volk davon lief? Oder Nikita Chruschtschow, der mächtige Staats- und Parteichef der Sowjetunion, einer der beiden Supermächte im Kalten Krieg?

War es nur eine innerdeutsche Frage oder drohte eine Krise zwischen Ost und West - womöglich mit der Gefahr einer nuklearen Eskalation? Erstmals lässt sich rekonstruieren, wer wann den Befehl zur Sperrung gab. Die Akten enthüllen wortwörtlich, was hinter den Kulissen der Macht besprochen und entschieden wurde. Sie stellen klar, wer die Weichen stellte zur Nacht der Entscheidung am 13. August 1961, als Stacheldraht und Ziegelsteine die Hoffnung der Menschen zerstörten.

Mut der Verzweiflung

Zwei Vokspolizisten der DDR bringen den Leichnam von Peter Fechter weg von der Berliner Mauer
Viele bezahlten ihren Fluchtversuch mit dem Leben Quelle: dpa

Eine Grenze entstand, die von Anfang an Menschen dazu brachte, mit dem Mut der Verzweiflung die Flucht in die Freiheit zu wagen. Unter ihnen auch Grenzpolizisten und Soldaten der DDR. Einige von ihnen berichten zum ersten Mal von ihren Motiven und Ängsten und warum sie ihr Leben riskierten, um in den Westteil Berlins zu gelangen. Nicht jede Flucht endete erfolgreich: Gerd Sommerlatte, damals Soldat der NVA, flüchtete, weil er nicht auf Menschen schießen wollte. Doch die SED-Diktatur ließ ihn entführen und in die DDR zurückbringen. Verurteilt als "Republikflüchtiger" verbrachte er Jahre im Gefängnis.

Aufwändige Computer-Grafiken machen die Dimension des Mauerbaus anschaulich. Der Film zeigt auch zahlreiche neu entdeckte Farbaufnahmen aus jenen Tagen in Berlin und zur internationalen Lage, als sich das Ringen der Supermächte um den Status von Berlin bedrohlich zuspitzte.

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