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Im Todestrakt

Die Massenhinrichtungen in Saudi-Arabien bringen die Frage aktuell wieder in die Diskussion: Darf ein Staat Menschen mit dem Tod bestrafen, um ein Verbrechen zu sühnen? Neben einigen arabischen Ländern und China werden vor allem die USA mit dem Thema "Todesstrafe" verbunden. Dort ist sie höchst umstritten, wurde aber dennoch 2015 erneut fast 30 Mal vollzogen. In seiner Reihe "Im Todestrakt" hat der deutsche Regisseur Werner Herzog erstmals vor gut drei Jahren das Thema eindringlich aufgearbeitet. Damals besuchte er fünf zum Tode verurteilte Mörder und Verbrecher, die auf ihre Hinrichtung warten.

Auch in den Dokumentationen über Blaine Milam und Douglas Feldman werden die Todeskandidaten nicht als Monster, sondern als Menschen gezeigt, die im Leben gescheitert sind. In der Dokureihe können die Zuschauer diese schwierige Gratwanderung zwischen schrecklichen Taten und den Menschen dahinter miterleben: Der 20-jährige Blaine Milam und seine Freundin Jessica Carson hatten deren 13 Monate alte Tochter Amora gequält und ermordet – sie wollten sie von Dämonen befreien. Anschließend erzählten sie der Polizei, das Kind sei von einem Auto angefahren und von Hunden gebissen worden. Im Mai 2010 wurde Blaine Milam wegen Mordes an Amora Carson zum Tode durch die Giftspritze verurteilt.

Die Motivsuche ist nicht immer einfach

Die schwierige Suche nach einem Motiv für die abscheulichen Taten durchzieht auch die Dokumentation über Douglas Feldman. Er fuhr mit seiner Harley-Davidson durch das texanische Plano, als ihn ein Sattelzug überholte und knapp vor ihm einscherte. Feldman feuerte mehrere Schüsse auf den Fahrer ab. Wenig später erschoss er einen zweiten LKW-Fahrer – ein Tatmotiv ließ sich nicht feststellen. Feldman sagte aus, der erste Lastzug sei ihm so nahe gekommen, dass er Angst bekommen habe und wütend geworden sei. Er wurde zum Tode verurteilt und 2013 durch die Giftspritze hingerichtet

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