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Keine Gnade für Häftling 179212?

Jens Söring hofft seit 27 Jahren auf seine Freilassung

Jens Söring ist wohl der berühmteste Deutsche in einem amerikanischen Gefängnis. Er weigert sich, die letzten 28 Jahre zu akzeptieren. Noch immer sieht er aus wie damals im Gerichtssaal als 19-Jähriger - mit Hornbrille und dicken Gläsern. Seit 1986 ist er Häftling 179212. Ein US-Gericht in Virginia hat ihn zu zweimal lebenslänglich verurteilt, für einen Doppelmord, den er nicht begangen haben will.

Jens Söring soll die Eltern seiner Freundin Elisabeth Hayson ermordet haben. Erst gestand er die Tat, weil er, wie er sagt, seine Freundin vor dem elektrischen Stuhl retten wollte. Sörings Vater war Diplomat, und Jens glaubte, dass ihn das schützen würde. Später widerruft er sein Geständnis. Zu spät - er wird verurteilt.

Söring, die deutsche Bestie

Jens Söring
Interview mit Jens Söring Quelle: ZDF

Sein Fall strotzt vor Verfahrensfehlern. Es gibt neue Zeugen, neue Beweise, die ihn entlasten. Das alte Blut am Tatort hat man einer DNA-Analyse unterzogen, 42 Spuren wurden gefunden, keine passte zu Jens Söring.
Doch auch nach fast 30 Jahren hassen ihn die Menschen in Virginia, wollen den Fall nicht wieder aufrollen. Söring, die deutsche Bestie, wie sie ihn nennen, bleibt weggesperrt. Söring kämpft jeden Tag um seine Freilassung, hat bisher 9 Bücher geschrieben - auch über das amerikanische Rechtssystem, das nur Rache und keine Gnade kennt. Der Film begibt sich auf Spurensuche und geht auch der Frage nach, wie gerecht das US-Rechtssystem ist.

Neue Zeugen, neue Beweise

Ulf-Jensen Röller redet mit neuen Zeugen, deckt neue Beweise auf und konfrontiert den damals ermittelnden Sheriff mit den neuen Fakten. Seit 28 Jahren sagt Söring, er sei unschuldig. Er zählt jeden Tag seiner Gefangenschaft. Nur so könne er überleben. "Lasst nicht zu, dass die hier in Virginia einfach den Schlüssel wegschmeißen", sagt er. Nur, wenn die Menschen ihn nicht vergessen würden, habe er eine Chance, nicht im Knast zu sterben.

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