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Pioniere der Bundesliga

Die ersten zehn Jahre

ZDFinfo - Pioniere der Bundesliga

Keine Smartphones, keine Liveticker, keine Ultras, keine Spielerberater. Nicht mal gelbe und rote Karten. Solche Zeiten gab es wirklich. Als die Bundesliga laufen lernte, sah die Welt anders aus.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 05.08.2017, 16:50
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2013

Keine Smartphones, keine Liveticker, keine Ultras, keine Spielerberater. Nicht mal gelbe und rote Karten. Solche Zeiten gab es wirklich! Als die Bundesliga laufen lernte, sah die Welt anders aus. In der Politik herrschte kalter Krieg, Fußball war Männersache. Die Ergebnisse am Samstagnachmittag erfuhren viele Fans beim Autowaschen aus dem Transistorradio. Fernsehbilder waren noch schwarzweiß.

Wenn die Reporter abends ihre Spielberichte zeigten, konnten sie manchmal von Glück sagen, wenn alle Tore enthalten waren. Pünktlich zur Premiere am 24. August 1963 hatten sie Pech. Ausgerechnet der allererste Treffer, den der Dortmunder Timo Konietzka in Bremen erzielte, fehlte. Ein halbes Jahrhundert später wissen wir: Was mit einem kleinen Malheur begann, wurde eine riesige Erfolgsgeschichte. Ein Unterhaltungsklassiker. Addiert man Zeitgeist und sportliche Abwechslung (sieben verschiedene Deutsche Meister), dann ist das erste Jahrzehnt der Liga zugleich das reizvollste.

Startschuss einer Profiliga

DFB-Ausschuss 1963
Der DFB-Ausschuss berät 1963 über die Aufnahme der Vereine Quelle: dpa

Der Film von Wolfgang Biereichel und Heinz Reudenbach präsentiert archivarische Kostbarkeiten mit kompetenten, leidenschaftlichen Zeitzeugen wie Rudi Gutendorf (Trainer-Legende), Wolfgang Fahrian (ehemaliger Nationaltorwart), Wolfgang Niersbach (DFB-Präsident), Peter Lohmeyer (Schauspieler). Sie beichten Jugendsünden, enthüllen Kurioses, erinnern an karge Gründerjahre ohne Millionen-Gagen. Schon damals gehörten verbotene Extra-Zahlungen zum Geschäft und führten zu Skandalen. Ein Star wie Uwe Seeler musste seinen vorgeschriebenen Mini-Lohn beim HSV als Vertreter einer Schlafsackfabrik aufbessern.

„Uns Uwe“ und „Bomber“ Müller, „Boss“ Rahn und „Stan“ Libuda, dazu „Radi“ und „Emma“ und „Ente“ und und … Mit berühmten Publikumslieblingen gibt es ebenso ein Wiedersehen wie mit charismatischen Präsidenten, diktatorischen Trainern, rebellischen Genies. Vorzeigefiguren wie Franz Beckenbauer und Günter Netzer verschafften dem einstigen Proletensport gesellschaftliches Ansehen. Es wächst der Kommerz, ein großer Bestechungsskandal stellt 1971 alles in Frage - doch gegen Ende der Dekade verzückt auch eine goldene Spielergeneration aus München und Mönchengladbach die Nation mit Traumfußball. Bewegende Jahre.

Dies war die Zeit, in der die Weichen zur Dominanz des FC Bayern gestellt wurden. Und Rudi Gutendorf, heute 86, trug die Haare ähnlich lang wie Netzer und Niersbach. Begründung: „Weil die Mädels das so mochten.“ Die Dokumentation „Pioniere der Bundesliga“ zeigt ein starkes Stück Fußball-Faszination. Ein Film nicht nur für Nostalgiker.

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