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Waterloo 1815

Die Rückkehr von Napoleon

Nach seinem Sturz 1814 kehrt Napoleon im Jahr 1815 aus dem Exil zurück, um sich seine Macht wiederzuholen. Wenige Kilometer vor Waterloo, einem kleinen Städtchen in der belgischen Provinz Brabant, 15 Kilometer süd-östlich von Brüssel, findet am 18. Juni 1815 Napoleons letzte Schlacht statt. Britisch-niederländisch-deutsche Truppen, von den Preußen unterstützt, besiegen Napoleons Armee. Die Redewendung "Sein Waterloo erleben" geht in der Folge als Synonym für "eine vernichtende Niederlage erleben" in den Sprachgebrauch ein.

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813 war Napoleon Bonaparte, selbsternannter Kaiser von Frankreich, in die Defensive geraten. Die drückende Überlegenheit der europäischen Mächte führte 1814 zur seiner Absetzung in Paris. Die Konsequenz: Der korsische Eroberer musste ins Exil auf die italienische Insel Elba. Nach knapp einem Jahr kehrte jedoch Napoleon mit circa tausend getreuen Soldaten nach Frankreich zurück. Der folgende und legendäre „Marsch auf Paris“ verlief anfangs schleppend. Erst nach mehreren Hundert Kilometern konnte der korsische Feldherr königliche Truppen zum Überlaufen überzeugen. Danach war der Weg zur zweiten Herrschaft Napoleons weitgehend frei.

Ambitionen und Rivalitäten

In Paris angekommen, änderte Napoleon seine Innenpolitik teilweise. Insbesondere gegenüber dem Bürgertum, welches nicht mehr vollends hinter der Kaiserherrschaft stand, lockerte er die französische Verfassung. Mit der erneuten Aufrüstung und Mobilisierung der Armee verspielte Bonaparte jedoch einen großen Teil seiner Beliebtheit im Volk.
Großbritannien, Österreich, Russland und Preußen wollten eine erneute Herrschaft Napoleons nicht akzeptieren. Die monarchischen Herrschaftshäuser in Europa fürchteten eine weitere Ausbreitung nationaler und revolutionärer Ideen. Sie schlossen ein Bündnis und stellten alliierte Truppen in Belgien auf – Napoleon sollte diesmal endgültig besiegt werden.

Napoleon versuchte die zahlenmäßige Überlegenheit der Allianz durch sein taktisches Vermögen auszugleichen. Er suchte den Sieg, indem er einzelne Armeen der Allianz getrennt konfrontierte. Seine gut ausgebildete französische Armee war in diesen Einzelschlachten meist überlegen. Die „Grande Armée“ besiegte bei Ligny ein letztes Mal die preußischen Truppen. Napoleon irrte sich aber im Ausmaß des Sieges. Die preußische Armee unter Feldmarschall Blücher musste sich zurückziehen, war jedoch immer noch kampffähig.

Niederlage und Restauration

Ein fataler Fehler, der für die Schlacht bei Waterloo von immenser Bedeutung werden sollte. Letztendlich mussten die französischen Truppen nämlich gegen britische sowie auch preußische Truppen kämpfen. Gegen diese Überzahl hatte die französische Armee keine Chance. Vier Tage nach seiner Niederlage danke Napoleon nun endgültig ab.

Napoleons Verbannung auf die Insel St. Helena begleitete die Umsetzung der Vereinbarungen auf dem Wiener Kongress. Dort wurden die neuen Grenzen der europäischen Staaten bestimmt, alte Ordnungen wiederhergestellt und die napoleonischen Ideen rückgängig gemacht. Doch diese Restauration konnte die nationalen und revolutionären Bewegungen in Europa nur eine kurze Zeit aufhalten.

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