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Tiber, Stolperstein und Kosher Burger

Film von Mathilde Schwabeneder-Hain

Römisches Ghetto.

ZDFneo - Tiber, Stolperstein und Kosher Burger

Das ehemalige Ghetto Roms ist heute eines der beliebtesten Viertel der Stadt. Nicht nur Touristen flanieren hier gerne durch die engen Gassen. Die Römer kennen hier wahre kulinarische Schätze.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: 3sat, 22.03.2017, 12:09 - 12:26
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar

So gibt es koshere Hamburger oder die berühmten Artischocken "alla giudia". Doch nur wenige wissen, dass die römischen Juden, die "wahren" Römer der Stadt sind. Denn mit ihrer mehr als 2000 Jahre alten Geschichte, ist Rom die älteste Diasporagemeinde der Welt.

Für Jahrhunderte war der Lebensraum der jüdischen Bevölkerung jedoch auf die Gassen und Straßen nahe der Tiberinsel beschränkt. Ein päpstliches Edikt hatte die Juden im Kirchenstaat hinter hohe Mauern verbannt. Mit harter Hand ließ Papst Paul IV. 1555 das Ghetto errichten und sprach dessen Bewohnern viele Rechte ab. Erst die Einigung Italiens im 19. Jahrhundert brachte die entscheidende Wende: Das Ghetto wurde geöffnet und die jüdische Bevölkerung konnte erstmals ihren Wohnsitz und ihren Beruf frei wählen.

Die wieder gewonnene Freiheit dauerte jedoch nur einige Jahrzehnte. Schon bald bedrohte der Faschismus das jüdische Leben. Die 1938 vom Mussolini-Regime erlassenen Rassengesetze verbannten Juden und Jüdinnen aus dem öffentlichen Leben. Und sie verloren ihre Arbeitsplätze. Unter der Besetzung durch die Hitler-Truppen wurden allein am 16. Oktober 1943 mehr als 1000 Juden und Jüdinnen nach Auschwitz deportiert. Heute erinnern sogenannte Stolpersteine, eingelassen in die Gehsteige des Viertels, an die Opfer des NS-Regimes.

Heute zählt die jüdische Gemeinde wieder etwa 20 000 Mitglieder. Viele von ihnen sind aus dem Norden Afrikas eingewandert und haben ihre eigenen kulturellen Traditionen mitgebracht. Roms ehemaliges Ghetto ist heute jung, bunt und selbstbewusst. Kunst und Musik inklusive. Und die wichtigste Synagoge des Okzidents befindet sich noch immer in Ostia Antica.

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